Lieber Herr Jonas,
liebe Designforscher und Interessierte,
gerne werde ich die gestrige Diskussion heute weiterführen. Daher zunächst einmal ein paar kurze Worte zu mir. Mein Name ist Miriam Chouaib und obwohl als Doktorandin angekündigt, bin ich erst Diplomandin an der Kunsthochschule Berlin Weißensee im Fachbereich Textil- und Flächendesign. Ich interessiere mich allerdings sehr für die Möglichkeit des Promovierens als Designer und für die von Ihnen, Herr Jonas, vertretene Design Research Methode.
Zu ihr haben Sie ja bereits gestern schon aufschlussreiche Erklärungen gegeben, doch es bleiben noch genügend offene Fragen. Zunächst einmal zu den Wortbeiträgen von gestern Abend:
Michael Hohl hat eine sehr einfache und treffende Antwort auf Rosans Frage, mit welchen fachlichen Erwartungen man BA- oder MA-Studenten, Doktoranden oder Professionellen Designern begegnen sollte. Rosan, bist Du mit der Antwort zufrieden?
Gmelles warnt vor den Einbußen, die die Überführung einer angewandten Disziplin in eine Akademische mit sich bringt. Wenn ich Sie richtig verstehe, sprechen auch Sie, Herr Jonas, von einem Preis, den man zu zahlen hat, nimmt man wissenschaftliche Standards an. Ich denke dabei an das Dilemma des Designforschers an der realen Weltsituation scheitern zu müssen. Einerseits, weil die wissenschaftliche de-Kontextualisierung an den komplexen realen Weltsituationen versagt und andererseits, weil ein Umgang mit dem Zukunftsstatus der realen Welt per se unmöglich ist. Der Designer 2. Ordnung kennt sein Dilemma und bleibt trotzdem Optimist. Können Sie etwas genauer darauf eingehen?
Research Through Design
Gestern wurde ja relativ viel zum Thema Research Through Design diskutiert.
Hierzu ein paar Gedankengänge von Zimmerman et al.(aus:Research Through Design as a Method for Interaction Design Research in HCI (2007). In: Proceedings of CHI 2007, p.493-502), die ich sehr nachvollziebar finde:
"design researchers create artifacts that provide concrete embodiments of theory and technical opportunities"[...]
"design artifacts are the currency of design communication"[...]
The artifacts made through design research have potential to become pre-patterns from which design patterns cab begin to emerge"[...]
"instead of validity the benchmark for interaction design research should be relevance"
Gedanken und Kommentare dazu?
Wir ziehen um zu Tag 1
Danke Manuel für Deinen Gedankenanstoß. Wollen wir sehen was Wolfagang Jonas dazu sagt, der uns seit einer Stunde im anderen Fenster erwartet. Ich versuche mal uns umzuziehen.