I don't know how tired you all are from discussing. I imagine this has been a very demanding day. The original idea was that you would use the coffee break to think of a concluding statement. I was hoping that you might lean back and look at the forest and not the tree and write something that takes us a step further in terms of building connections between what we believe or prefer.
But now I will leave it up to you as what you would like to do.
Best,
Rosan
ich sage ja, eingrenzen muss uns dieser Gedanke nicht, war nur als Sandsack gedacht, den wir nicht auch noch als Ballast abwerfen sollten. In der Stratosphäre wird die Luft dünn. Ist außerdem vielleicht auch Teil der Kohärenz.
Definitionen sind immer schwierig, sie neigen zu fraktalem Ausfransen und zur Unschärfe (siehe mein Beitrag weiter oben) (das ist vielleicht Teil der Definition von „Definition“). Das Problem haben aber alle Wissenschaften. (Wo ist die Grenze Pflanze/Tier (und was ist mit Pilzen), wo beginnt Leben, was ist Gegenstand von Ästhetik usw....). Zunächst könnte man vielleicht damit beginnen zu sagen, was ist klar „drin“ und was ist klar „draußen“. Die vielen Grenzfälle klären wir dann „unterwegs“.
Eine spannende Debatte für mich, weil ich es mit neuen Positionen zu tun hatte. Angenehm finde ich die offene und wenig besserwisserische Atmosphäre. Die Unterschiede sollten wir in komplementärer Weise integrieren ("elastischer Diskurs", frei nach Michael Erlhoff), um nach aussen hin ein halbwegs kohärentes Bild abzugeben. Das bedeutet nicht, dass wir intern eine Gleichschaltung anstreben sollten. Intern müssen wir den Reichtum kultivieren. Ansonsten wird das ganze zur ideologischen Veranstaltung. Konsens ist Nonsens (frei nach Norbert Bolz).
Wie kann sowas funktionieren?
Zum Beispiel durch Veranstaltungen dieser Art. Das war ja erstaunlicherweise so etwas wie ein Habermasscher gewaltfreier Diskurs, an den ich eigentlich gar nicht glaube.
Dann muss (muss?) - auf der Basis dieser Heterogenität - tatsächlich eine aussenwirksame Position entwickelt werden. Da sind wir noch am Anfang.
Dazu wäre zu klären: Was ist unser Erkenntnisgegenstand und was ist unsere besondere Kompetenz?
Brauchen wir dazu mehr Struktur? Oder reicht die DGTF?
Wie lässt sich Designforschung in die universitäre Ausbildung integrieren?
Wie finden wir mehr Anschluss an den internationalen Diskurs?
Haben wir so etwas wie einen "deutschen Ansatz"?
...
Wissenschaft, auch Designwissenschaft realisiert sich in ihrem Vollzug. Designwissenschaft ist selbst auch Gegenstand der Designwissenschaft. Gerade der Mangel, an klarer Definition, was sie sei und welches ihre Methoden sind, legt den Schluss nahe, dass wir es hier mit einem Phänomen der Ausdifferenzierung zu tun haben. Kommunikationen durch, über und im Design scheinen selbst zum einem Problem geworden, welches neue und bisher unklare Weg der Lösung verlangt.
Dieser Prozess befindet sich in seinem Vollzug und Fragen wie viel Empirie, methodische Autonomie und Anbindung an das praktische Design diese braucht, werden wir vermutlich zu einem guten Teil auch der Evolution dieser überlassen müssen.
Dies setzt jedoch voraus: theoretische Ansätze zu entwickeln, Methoden und Forschung zu betreiben, aus diesen Erkenntnisse zu gewinnen, die es uns ermöglichen das Design als Kulturtechnik in seiner Komplexität angemessen zu beschreiben. Vor allen Dingen möchte ich betonen, nicht der Versuchung zu erliegen Wissenschaft und den Prozess der Verwissenschaftlichung als einen linearen zu verstehen. Wissenschaft betreibt auch immer rekursive Schlaufen, tote Enden, Schichtungen und Verlagerungen.
Von diesen Prozessen ergriffen zu sein, an ihnen Teil haben, sie sich mit ihnen zu befassen und durch dieses Befassen zu verschieben, darauf sollte sich auch eine Designwissenschaft einlassen.
Mir hat die heutige Veranstaltung sehr gut gefallen.
Offenbar verfolgen wir in weiten Bereichen divergierende Leitvorstellungen über Designwissenschaft bzw. Designtheorie.
Das korrespondiert mit unterschiedlichen Auffassungen zum Wesen des Design und dessen schwerpunktmäßigen Perspektiven.
Relativ große Übereinstimmung scheint mir in der Frage der Notwendigkeit des Etablierens von Designwissenschaft als Metawissenschaft zum Design zu existieren.
Das könnte ein Ansatz für weiteres Vorgehen sein. Allerdings stellt sich sofort die Frage nach den praktischen Realisierungsmöglichkeiten, insbesondere nach der akademischen Verortung.
Weiterhin scheint Konsens darüber zu herrschen, dass es einer weiteren Qualifikation der theoretischen/wissenschaftlichen Mittel bedarf, mit denen im Design intern gearbeitet wird. Ein nächster Schritt könnte darin bestehen, die konkreten Felder und Methoden dafür zu fixieren. Ein gewisser Grund-Dissens dabei scheint in der Bewertung des kognitiven Anteils von Design zu bestehen. Insofern könnte ein Fortschreiten darin bestehen, die konkreten Handlungsfelder des Design zu sammeln und nach ihrem kognitiven Gehalt zu gliedern. Darin könnte auch der Nukleus für eine Design-Landkarte bestehen.
Ich würde mich freuen, wenn der hier eingeleitete Diskussionsprozess weiter ginge.
Herzlichen Dank an die Initiatoren!
Die heutige Diskussion hat aus meiner Sicht deutlich die Pole gezeigt, die auch schon im Buch an den Basistexten zu erkennen sind - was ja wohl auch ein Grund für das Diskussionsvorhaben war. Diese "Differenzen" werden die Diskussion um die Disziplin wohl auch weiterhin begleiten.
Wenn etwas für mich klar geworden ist, dann, dass Designwissenschaft eine Forschung über Design sein muss, die sich auch auf einem allgemeineren Niveau als dem der Anwendungsorientierung bewegen muss.
Zitat sgroll: "Könne man nicht in diesem Sinne von Designwissenschaft als einer Wissenschaft von der Kulturtechnik des Entwerfens sprechen?"
Das Allgemeine bietet die Chance zur Spezialisierung und ist aus meiner Sicht der passendere Mantel für verschiedenste Ausformungen. Wenn ich sagen kann, was etwas nicht sein soll (Rust: 'was ist klar "drin" und was ist klar "draußen"'), habe ich schon einen deutlichen Beitrag zur Differenzierung geleistet.
Design ist und bleibt ob seiner Heterogenität unscharf, ein DESIGN gibt es nicht. Trotzdem muss eine Bestimmung des Designbegriffs versucht werden, mit dem die Forschung operiert. Dieser darf aber nicht starr bleiben, sondern muss auf dem Weg immer wieder überprüft werden.
Was DW bestimmt nicht wird, ist ein Patentrezept zur einfachen Erklärung davon, was Design ist. Sie wird mit Sicherheit auch kein Patentrezept dafür werden, Designprozesse per se erfolgreicher werden zu lassen. Aber sie wird sie auf unterschiedlichen Ebenen beeinflussen können. Teilweise wird sie Designgeschichte sein müssen, da sich viele Ereignisse nur im Rückspiegel betrachten lassen, trotzdem sind wir mit der bewussten Entwicklung der Disziplin näher dran als mit Vermutung im Sinne von Archäologie.
Nach dem heutigen Tag bin ich mir sicherer, dass es eine Designwissenschaft gibt. Ich hoffe auch, dass ein öffentlicherer Diskurs dazu führen wird, das Arbeitsfeld von Design zu verbreitern in Richtung der verbleibenden 90%.
Der unideologische Ablauf der Diskussion hat mich gefreut, es hatte mehr etwas davon, gemeinsam die Heringe für ein Zelt ein zu schlagen.
Ich danke noch einmal Rosan für die Einladung, außerdem allen Teilnehmern und hoffe, dass wir "etwas" erreicht haben.
Erkenntnisgegenstand:
Siehe Archer oder Findeli, eigentlich fast alles in der menschgemachten Umwelt, incl. Design und Designwissenschaft selbst (siehe Sandra). Aus dieser autologischen Besonderheit folgt m.E. die Nicht-Fixierbarkeit. Wir können hier bestenfalls evolutionäre Prozesse, in denen wir selbst aktiv und passiv mitmischen, beobachten.
Besondere Kompetenz:
Designerische Herangehensweisen. Was ist das? Das ist nicht zu fixieren, aber zu beschreiben...
Dank an alle für den inspirierenden Tag. Besonders an Markus ("Nach dem heutigen Tag bin ich mir sicherer, dass es eine Designwissenschaft gibt.") und Sandra.
Es war eine Interessante aber recht anstrengende (gedanklich) Geschichte. Habe kurz ein Blick auf den Apfelbaum im Schnee geworfen aber sonst beim Kaffee trinken überlegt was ich von den Aussagen halten soll. Ich schließe hier ab mit einigen Gedanken wie die Aussagen in meine Vorstellungen hineinpassen.
Ich sehe ja das Gespräch hier als Wissenschaftspolitik, die innerhalb des/-r Fachgebiets/-e betrieben wird. Sowas ist ein Zeichen davon dass das Gebiet eine gewisse Reife oder Selbstbewusstsein erreicht hat. Man kann nur beglückwünschen…..Es ist auch klar dass die Entwicklung von den Konflikten und von dem dazugehörigen Auseinandersetzung mit den Fragen wichtig ist für die weitere Entwicklung. Wichtig ist mit Sicherheit auch dass man eine Anerkennung von anderen Wissenschaftsgebieten bekommt, weil das eine große Rolle für die Finanzierung spielt, und ohne Geld läuft alles sehr langsam.
Die Suche nach Definitionen macht mich stutzig. Ich denke es ist sowieso sehr schwierig Design mit einer Definition festzuhalten, und ich bezweifle dass man dabei was erreichen kann, außer in bestimmten Kontexten wo man sich einigen muss. Ein gewisser Konsens ist vorteilhaft aber in eine uneinheitliche Gemeinschaft wie Designwissenschaft wird es lange dauern bis man sich einigen kann und es ist fraglich ob es sinnvoll ist (man muss sich wahrscheinlich mit mehreren Definitionen auseinandersetzen und zufriedengeben). Es gibt wahrscheinlich wichtigere Aufgaben.
Klarheit würde es doch bringen wenn man sagen würde ob man mit Design nur ein sehr schmales Gebiet versteht (etwa das Fach was an Kunsthochschulen angeboten wird) oder ob man mit Design die Breite des Englischen versteht.
Für mich ist die Abschottung gegenüber verschiedenen Richtungen, aus wissenschaftspolitischer Sicht unhaltbar. Obwohl ich selber gewisse Forschungsprobleme Vorrang geben will, gehe ich davon aus, dass die wissenschaftliche Forschung die Themenbereiche angehen wird die potent erscheinen. Damit meine ich, dass Designwissenschaft sich nicht nur mit Designprozesse und Designobjekte beschäftigen wird sondern dass das Aufgabenfeld ist frei und kann sich in jede Richtung (auch in heute undenkbare Richtungen) entfalten. Wertvoll sind die Entwicklung und die Innovation. In Wissenschaften wird vorausgesetzt dass man die Ergebnisse begründen kann während Designer sich schon damit zufrieden geben dass es das tut was gewünscht wurde oder den Nutznießern bedeutungsvolle Erlebnisse bietet.
Bei Effizienzsteigerung ist es mir klar dass sowas einen hohen Stellenwert hat in der Auswertung von Forschungsergebnissen. Dabei finde ich ist es doch wichtig zu betonen dass es auch andere wertvolle Forschungsziele gibt, die von gesellschaftlichen Problemen hergeleitet werden können/müssen, soziale u.a. Probleme die vielleicht durch designwissenschaftliche Forschung auch zumindest ansatzweise gelöst werden können.
Wenn man von der Berufspraxis ausgeht, kommt man vielleicht der Frage näher, was zu tun ist. Design ist wie ein Seismograph der Konjunktur. Designer sind die ersten, auf die verzichtet werden kann, was auch nicht weiter schwer ist, da sie Freelancer, Kleinstunternehmer usw. sind und seltener richtige Arbeitsverträge bekommen als etwa die Ingenieure. Sie werden auch erst dann wieder gerufen, wenn hohe Verkaufszahlen zur Differenzierung zwingen.
Das heißt, Designer sind oft nicht im Entstehungsprozess des Produktes beteiligt, auch wenn der gesamte Prozess normalerweise Thema des Studiums ist. Das liegt auch an dieser freiwilligen Selbstbescheidung hinsichtlich vermittelbarer Wissenschaftlichkeit, die wir nach Ulm an den Hochschulen betrieben haben (in der alten BRD, die DDR hatte das Glück der „Rückständigkeit“).
Später dann müssen Absolventen ihre Entwürfe oft „gegen“ Marketing, Produktion usw. durchsetzen. Letztere kommen mit Zahlen und argumentieren, dass man beispielsweise mehr Absatz erzielt, wenn genug Klingeltöne auf dem Handy sind, oder dass man billiger produziert mit bestimmten Materialien. Der Designer hat keine Chance sich auf dieser Ebene gegen solchen offensichtlichen Blödsinn zu wenden, eigene Studien vorzulegen oder zu zeigen, dass die Marketingstudie gepfuscht ist (was häufig vorkommt). Er kann nur seine Entwürfe zeigen und hoffen, dass sie genug beeindrucken. Schon deshalb wäre die ein oder andere Prise Wissenschaft wichtig, schon um den Pseudowissenschaftlern zu antworten.
Es ist auch ärgerlich, dass Design in Konzernen eine Unterabteilung des Marketing ist. Design hat mit so vielen Belangen zu tun, dass es ebenso gut zentral an der Spitze stehen könnte. Dafür müssten wir aber wirklich etwas zu bieten haben, das die anderen Abteilungen beeindruckt. Dazu zählt zumindest eine Art Satisfaktionsfähigkeit in Sachen Wissenschaft. Die Vermittlung des Design an den, der letztlich dauerhaft damit umzugehen hat, ist ein Gebiet, dass bisher überwiegend vernachlässigt wird, auch Design hat hier bisher nur die Oberfläche gestreift.
Das heißt nicht unbedingt, dass man fortan auf Entwürfe von geringerer Komplexität oder auf Designtheorie verzichten muss oder dass diese verdrängt werden. Aber: die Struktur der gestuften Studiengänge, die es Masterabsolventen automatisch ermöglicht, bei guten Noten einen Phd-Studiengang zu belegen, hätte schon längst dazu führen müssen dass auch die Methoden der Designwissenschaft in die Curricula integriert werden. Ansonsten gibt es weiterhin bloß Titelbeschaffungsaufsätze und keine richtigen Doktorarbeiten mit wesentlichem Erkenntnisgewinn. Gerade hier kann ein Beitrag von den Designwissenschaften geleistet werden, um selbst wieder von den Kandidaten zu profitieren.
Vielleicht kommen uns in der nächsten Veranstaltung dieser Art noch weitere Gedanken dazu.
Mir hat das heute Spaß gemacht, dafür bedanke ich mich bei allen.
Design ist natürlich vielschichtig. Ob sich aber seine Facetten sauber herausschleifen lassen kann sich immer erst hinterher erweisen. Deshalb ist es wohl um die Ecke gedacht, Kategorien zu suchen, bevor man eine Grundunterscheidung ausmachen kann. Hier muss wohl noch etwas Metawissenschaft betrieben werden. Ich könnte mir da eine ganze Reihe von Publikationen oder Veranstaltungen in dieser ungezwungenen Form vorstellen, die eine Designwissenschaft erstens bejahen und zweitens auch anschlussfähig herausarbeiten. Schließlich misst sich der Erfolg einer Wissenschaft vor allem daran, ob sie erfolgt.
UvL 8-)
Auch wenn uns der weitere Verlauf überlassen worden ist, möchte ich gern an dieser Stelle ein zusammenfassendes Fazit für mich ziehen.
Ich erkenne aus der heutigen Diskussion über Designtheorie, -forschung und -wissenschaft zwei Aspekte. Der eine Aspekt ist die Notwendigkeit von Forschung. Der andere Aspekt ist der Bedarf und Bedürfnis nach einer Philosophie des Designs.
Designpraxis ist m. E. bereits in seiner Eigenschaft, im starken Maße heuristisch vorgehen zu müssen, eine Art Forschungstätigkeit. Daher ist die Forschung DURCH Design der nahe liegende Weg, um originäre Forschungsergebnisse und Erkenntnisse für den Designbereich zu gewinnen. Dass dabei auf etablierte Forschungsmethoden und Erkenntnisse aus anderen Wissenschaften zurückgegriffen werden können ist sinnig und legitim. Die Besonderheit oder die Herausforderung der Designforschung ist nachzuweisen oder zumindest nachvollziehbar aufzuzeigen, dass Forschung DURCH Design neue Erkenntnisse generieren kann, die mit etablierten Verfahren nicht zu gewinnen wären.
Unabhängig davon, aber nicht unberührt davon, gibt es ein Wunsch nach einer Auseinandersetzung mit der Wesensbestimmung von Design. Dies wird spürbar, weil über Design nicht nur als bloßes Mittel, Verfahrenswerkzeug gesprochen wird, sondern als eine Art und Weise des Umgangs, in der man sich stark eingebunden fühlt. Das wäre der Stoff für eine philosophische Deutungsarbeit/Bedeutungsarbeit FÜR Design. Ich würde mir wünschen, dass viele Designer und Designtheoretiker darin involviert sind.
Herzlichen Danke an die Organisatoren und an alle für die dichte und spannende Diskussion!
Thanks to all who have participated in the feature discussion which combined careful preparation (reflecting and commenting on the position papers) with spontaneous discussion that has run for seven good hours. There were some tug-a-wars over details as well as some important questions raised and ideas to move forward suggested. I would like to add my contribution to the debates.
I have come to appreciate that most honest academics propose something they really believe is good for their disciplines. With this appreciation, I try my best to take each position as it is. It is with this outlook I have observed the online discussions. My view on the four positions on Designwissenschaft is that each position is (like) a tool or a pair of shoes, designed and crafted to achieve what the authors believe and prefer. I try to think about for which purposes each position might be utilized before I do anything else to it. Jonas’s comparisons of the four positions are useful in this regard.
The feature discussion, as a follow-up on the „Positionen zur Designwissenschaft“, centered on the definitions or meanings of Designwissenschaft (DW) and eventually also of Design. The discussants addressed the problem on the specific contribution or the purpose or the value or the task of DW. It seems to me true that design philosophies, theories and empirical research could contribute to knowledge without DW. DW is not only about contribution to knowledge, but also the institutionalization of design knowledge production, and here lies the disagreement. My own view is that we have not much of a choice, given the development of design research and higher education in Europe, and the fact that knowledge production has been and still is institutionalized in general. (Even mode 2 knowledge product presupposes mode 1). The issue seems to me is how to use politics and economics to our advantage and not let them suck away our energy for producing valuable philosophies, theories and empirical research. And to do this, we need what Leif Östman called ‚Designwissenschaft Gemeinschaft’ to take up the suggestions made in the concluding statements.
If we take DW as necessary, then the question of the its form(at) becomes interesting and critical. The discussants used a number of analogies for this. DW could be like Medizinwissenschaft (Jonas & June Park), Theaterwissenschaft or Literaturwissenschaft or Kunstwissenschaft (Rainer Funke), Biologie (Stephen Rust), Kulturtechnik (Sandra Groll & June Park). Our discussion is very similar to those that have been raged in the debates of design research and doctoral education. I don’t think the design research community has settled on this and we can see different form(at)s promoted and followed. But the emergent (and I will use the word) trend is toward a form(at) that has a very close relation between research and practice (and you know what I am referring to?).
Besides the function and form(at) of DW, the discussants raised the question of the subject matter of DW and design. The tension seemed to be about scale: DW might deal with what traditionally designers have been dealing with (Stühle,Väschen, Kaffeemaschinen - the 10% of the world issues) or the remaining 90% (Lebensbedingungen in den Städten, Ressourcenknappheit, Wasser, Kriminalität, postfossile Mobilität, ... Transformation). This subject matter debate is rather old and has appeared very often though not necessarily in the context of DW, but in design education, research and practice. I would only add that, in other corners of the world, most notably in the UK and the USA, people have moved on with the issue and impressed us with what they could do with design competence (widely conceived) in non-traditional subject areas (the 90%). Jonas mentioned ‚designagainstcrime’. We might take up June Park’s proposal to draw a Landkarte of the subject areas and see how far designers and design educators have gone.
In concluding, I like to mention aesthetics as it seems to be a topic that means a lot to Rainer Funke and possibly many others. In the discussion, like other debates, there was often posited a dichotomy or two poles between aesthetics and logics; and by extension between arts and sciences (take the Fahrplan as example). In Rainer’s mind, Versinnlichung is really the task of design(er) and I find myself agreeing with him. Having said that, I hope Rainer’s interest in Versinnlichung is not limited to making something cute and pretty (Produktkosmetik), but is close to Dewey’s aesthetics. For Dewey, aesthetic experience is not a type of experience, but is the (fulfilling) experience (that grows human beings) that all experiences (including calculating the routes of Fahrplan) can achieve. The matter is of course more complicated than I can deal with here. I mention it just to follow Dewey to say that what appears to be different in kind is often a matter of difference in focus on the different parts/phases of the continuous process of living/designing.
I find it useful to organize a second round and hope that I can gather some other authors. Please give me suggestions and feedbacks on the possible themes or format.
Thanks again for spending the time and energy on the feature discussion.
Wrap up
Hello,
I don't know how tired you all are from discussing. I imagine this has been a very demanding day. The original idea was that you would use the coffee break to think of a concluding statement. I was hoping that you might lean back and look at the forest and not the tree and write something that takes us a step further in terms of building connections between what we believe or prefer.
But now I will leave it up to you as what you would like to do.
Best,
Rosan
Rosan
Hi Rosan,
this is a good idea. I will have coffe and apple pie at http://www.schoen-regional.de and contemplate a concluding statement.
@ Funke/halbhöhe
ich sage ja, eingrenzen muss uns dieser Gedanke nicht, war nur als Sandsack gedacht, den wir nicht auch noch als Ballast abwerfen sollten. In der Stratosphäre wird die Luft dünn. Ist außerdem vielleicht auch Teil der Kohärenz.
zu Definitionen Design
Definitionen sind immer schwierig, sie neigen zu fraktalem Ausfransen und zur Unschärfe (siehe mein Beitrag weiter oben) (das ist vielleicht Teil der Definition von „Definition“). Das Problem haben aber alle Wissenschaften. (Wo ist die Grenze Pflanze/Tier (und was ist mit Pilzen), wo beginnt Leben, was ist Gegenstand von Ästhetik usw....). Zunächst könnte man vielleicht damit beginnen zu sagen, was ist klar „drin“ und was ist klar „draußen“. Die vielen Grenzfälle klären wir dann „unterwegs“.
Concluding statement 1
Eine spannende Debatte für mich, weil ich es mit neuen Positionen zu tun hatte. Angenehm finde ich die offene und wenig besserwisserische Atmosphäre. Die Unterschiede sollten wir in komplementärer Weise integrieren ("elastischer Diskurs", frei nach Michael Erlhoff), um nach aussen hin ein halbwegs kohärentes Bild abzugeben. Das bedeutet nicht, dass wir intern eine Gleichschaltung anstreben sollten. Intern müssen wir den Reichtum kultivieren. Ansonsten wird das ganze zur ideologischen Veranstaltung. Konsens ist Nonsens (frei nach Norbert Bolz).
Wie kann sowas funktionieren?
Zum Beispiel durch Veranstaltungen dieser Art. Das war ja erstaunlicherweise so etwas wie ein Habermasscher gewaltfreier Diskurs, an den ich eigentlich gar nicht glaube.
Dann muss (muss?) - auf der Basis dieser Heterogenität - tatsächlich eine aussenwirksame Position entwickelt werden. Da sind wir noch am Anfang.
Dazu wäre zu klären: Was ist unser Erkenntnisgegenstand und was ist unsere besondere Kompetenz?
Brauchen wir dazu mehr Struktur? Oder reicht die DGTF?
Wie lässt sich Designforschung in die universitäre Ausbildung integrieren?
Wie finden wir mehr Anschluss an den internationalen Diskurs?
Haben wir so etwas wie einen "deutschen Ansatz"?
...
An bei mein Statement zu der
An bei mein Statement zu der heutigen Diskussion:
Wissenschaft, auch Designwissenschaft realisiert sich in ihrem Vollzug. Designwissenschaft ist selbst auch Gegenstand der Designwissenschaft. Gerade der Mangel, an klarer Definition, was sie sei und welches ihre Methoden sind, legt den Schluss nahe, dass wir es hier mit einem Phänomen der Ausdifferenzierung zu tun haben. Kommunikationen durch, über und im Design scheinen selbst zum einem Problem geworden, welches neue und bisher unklare Weg der Lösung verlangt.
Dieser Prozess befindet sich in seinem Vollzug und Fragen wie viel Empirie, methodische Autonomie und Anbindung an das praktische Design diese braucht, werden wir vermutlich zu einem guten Teil auch der Evolution dieser überlassen müssen.
Dies setzt jedoch voraus: theoretische Ansätze zu entwickeln, Methoden und Forschung zu betreiben, aus diesen Erkenntnisse zu gewinnen, die es uns ermöglichen das Design als Kulturtechnik in seiner Komplexität angemessen zu beschreiben. Vor allen Dingen möchte ich betonen, nicht der Versuchung zu erliegen Wissenschaft und den Prozess der Verwissenschaftlichung als einen linearen zu verstehen. Wissenschaft betreibt auch immer rekursive Schlaufen, tote Enden, Schichtungen und Verlagerungen.
Von diesen Prozessen ergriffen zu sein, an ihnen Teil haben, sie sich mit ihnen zu befassen und durch dieses Befassen zu verschieben, darauf sollte sich auch eine Designwissenschaft einlassen.
Mir hat die heutige Veranstaltung sehr gut gefallen.
Offenbar verfolgen wir in
Offenbar verfolgen wir in weiten Bereichen divergierende Leitvorstellungen über Designwissenschaft bzw. Designtheorie.
Das korrespondiert mit unterschiedlichen Auffassungen zum Wesen des Design und dessen schwerpunktmäßigen Perspektiven.
Relativ große Übereinstimmung scheint mir in der Frage der Notwendigkeit des Etablierens von Designwissenschaft als Metawissenschaft zum Design zu existieren.
Das könnte ein Ansatz für weiteres Vorgehen sein. Allerdings stellt sich sofort die Frage nach den praktischen Realisierungsmöglichkeiten, insbesondere nach der akademischen Verortung.
Weiterhin scheint Konsens darüber zu herrschen, dass es einer weiteren Qualifikation der theoretischen/wissenschaftlichen Mittel bedarf, mit denen im Design intern gearbeitet wird. Ein nächster Schritt könnte darin bestehen, die konkreten Felder und Methoden dafür zu fixieren. Ein gewisser Grund-Dissens dabei scheint in der Bewertung des kognitiven Anteils von Design zu bestehen. Insofern könnte ein Fortschreiten darin bestehen, die konkreten Handlungsfelder des Design zu sammeln und nach ihrem kognitiven Gehalt zu gliedern. Darin könnte auch der Nukleus für eine Design-Landkarte bestehen.
Ich würde mich freuen, wenn der hier eingeleitete Diskussionsprozess weiter ginge.
Herzlichen Dank an die Initiatoren!
eine Zusammenfassung fällt schwer ...
Die heutige Diskussion hat aus meiner Sicht deutlich die Pole gezeigt, die auch schon im Buch an den Basistexten zu erkennen sind - was ja wohl auch ein Grund für das Diskussionsvorhaben war. Diese "Differenzen" werden die Diskussion um die Disziplin wohl auch weiterhin begleiten.
Wenn etwas für mich klar geworden ist, dann, dass Designwissenschaft eine Forschung über Design sein muss, die sich auch auf einem allgemeineren Niveau als dem der Anwendungsorientierung bewegen muss.
Zitat sgroll: "Könne man nicht in diesem Sinne von Designwissenschaft als einer Wissenschaft von der Kulturtechnik des Entwerfens sprechen?"
Das Allgemeine bietet die Chance zur Spezialisierung und ist aus meiner Sicht der passendere Mantel für verschiedenste Ausformungen. Wenn ich sagen kann, was etwas nicht sein soll (Rust: 'was ist klar "drin" und was ist klar "draußen"'), habe ich schon einen deutlichen Beitrag zur Differenzierung geleistet.
Design ist und bleibt ob seiner Heterogenität unscharf, ein DESIGN gibt es nicht. Trotzdem muss eine Bestimmung des Designbegriffs versucht werden, mit dem die Forschung operiert. Dieser darf aber nicht starr bleiben, sondern muss auf dem Weg immer wieder überprüft werden.
Was DW bestimmt nicht wird, ist ein Patentrezept zur einfachen Erklärung davon, was Design ist. Sie wird mit Sicherheit auch kein Patentrezept dafür werden, Designprozesse per se erfolgreicher werden zu lassen. Aber sie wird sie auf unterschiedlichen Ebenen beeinflussen können. Teilweise wird sie Designgeschichte sein müssen, da sich viele Ereignisse nur im Rückspiegel betrachten lassen, trotzdem sind wir mit der bewussten Entwicklung der Disziplin näher dran als mit Vermutung im Sinne von Archäologie.
Nach dem heutigen Tag bin ich mir sicherer, dass es eine Designwissenschaft gibt. Ich hoffe auch, dass ein öffentlicherer Diskurs dazu führen wird, das Arbeitsfeld von Design zu verbreitern in Richtung der verbleibenden 90%.
Der unideologische Ablauf der Diskussion hat mich gefreut, es hatte mehr etwas davon, gemeinsam die Heringe für ein Zelt ein zu schlagen.
Ich danke noch einmal Rosan für die Einladung, außerdem allen Teilnehmern und hoffe, dass wir "etwas" erreicht haben.
Concluding remark 2
Erkenntnisgegenstand:
Siehe Archer oder Findeli, eigentlich fast alles in der menschgemachten Umwelt, incl. Design und Designwissenschaft selbst (siehe Sandra). Aus dieser autologischen Besonderheit folgt m.E. die Nicht-Fixierbarkeit. Wir können hier bestenfalls evolutionäre Prozesse, in denen wir selbst aktiv und passiv mitmischen, beobachten.
Besondere Kompetenz:
Designerische Herangehensweisen. Was ist das? Das ist nicht zu fixieren, aber zu beschreiben...
Dank an alle für den inspirierenden Tag. Besonders an Markus ("Nach dem heutigen Tag bin ich mir sicherer, dass es eine Designwissenschaft gibt.") und Sandra.
Jonas
Meine Zusammenfassung
Es war eine Interessante aber recht anstrengende (gedanklich) Geschichte. Habe kurz ein Blick auf den Apfelbaum im Schnee geworfen aber sonst beim Kaffee trinken überlegt was ich von den Aussagen halten soll. Ich schließe hier ab mit einigen Gedanken wie die Aussagen in meine Vorstellungen hineinpassen.
Ich sehe ja das Gespräch hier als Wissenschaftspolitik, die innerhalb des/-r Fachgebiets/-e betrieben wird. Sowas ist ein Zeichen davon dass das Gebiet eine gewisse Reife oder Selbstbewusstsein erreicht hat. Man kann nur beglückwünschen…..Es ist auch klar dass die Entwicklung von den Konflikten und von dem dazugehörigen Auseinandersetzung mit den Fragen wichtig ist für die weitere Entwicklung. Wichtig ist mit Sicherheit auch dass man eine Anerkennung von anderen Wissenschaftsgebieten bekommt, weil das eine große Rolle für die Finanzierung spielt, und ohne Geld läuft alles sehr langsam.
Die Suche nach Definitionen macht mich stutzig. Ich denke es ist sowieso sehr schwierig Design mit einer Definition festzuhalten, und ich bezweifle dass man dabei was erreichen kann, außer in bestimmten Kontexten wo man sich einigen muss. Ein gewisser Konsens ist vorteilhaft aber in eine uneinheitliche Gemeinschaft wie Designwissenschaft wird es lange dauern bis man sich einigen kann und es ist fraglich ob es sinnvoll ist (man muss sich wahrscheinlich mit mehreren Definitionen auseinandersetzen und zufriedengeben). Es gibt wahrscheinlich wichtigere Aufgaben.
Klarheit würde es doch bringen wenn man sagen würde ob man mit Design nur ein sehr schmales Gebiet versteht (etwa das Fach was an Kunsthochschulen angeboten wird) oder ob man mit Design die Breite des Englischen versteht.
Für mich ist die Abschottung gegenüber verschiedenen Richtungen, aus wissenschaftspolitischer Sicht unhaltbar. Obwohl ich selber gewisse Forschungsprobleme Vorrang geben will, gehe ich davon aus, dass die wissenschaftliche Forschung die Themenbereiche angehen wird die potent erscheinen. Damit meine ich, dass Designwissenschaft sich nicht nur mit Designprozesse und Designobjekte beschäftigen wird sondern dass das Aufgabenfeld ist frei und kann sich in jede Richtung (auch in heute undenkbare Richtungen) entfalten. Wertvoll sind die Entwicklung und die Innovation. In Wissenschaften wird vorausgesetzt dass man die Ergebnisse begründen kann während Designer sich schon damit zufrieden geben dass es das tut was gewünscht wurde oder den Nutznießern bedeutungsvolle Erlebnisse bietet.
Bei Effizienzsteigerung ist es mir klar dass sowas einen hohen Stellenwert hat in der Auswertung von Forschungsergebnissen. Dabei finde ich ist es doch wichtig zu betonen dass es auch andere wertvolle Forschungsziele gibt, die von gesellschaftlichen Problemen hergeleitet werden können/müssen, soziale u.a. Probleme die vielleicht durch designwissenschaftliche Forschung auch zumindest ansatzweise gelöst werden können.
mein Fazit
Wenn man von der Berufspraxis ausgeht, kommt man vielleicht der Frage näher, was zu tun ist. Design ist wie ein Seismograph der Konjunktur. Designer sind die ersten, auf die verzichtet werden kann, was auch nicht weiter schwer ist, da sie Freelancer, Kleinstunternehmer usw. sind und seltener richtige Arbeitsverträge bekommen als etwa die Ingenieure. Sie werden auch erst dann wieder gerufen, wenn hohe Verkaufszahlen zur Differenzierung zwingen.
Das heißt, Designer sind oft nicht im Entstehungsprozess des Produktes beteiligt, auch wenn der gesamte Prozess normalerweise Thema des Studiums ist. Das liegt auch an dieser freiwilligen Selbstbescheidung hinsichtlich vermittelbarer Wissenschaftlichkeit, die wir nach Ulm an den Hochschulen betrieben haben (in der alten BRD, die DDR hatte das Glück der „Rückständigkeit“).
Später dann müssen Absolventen ihre Entwürfe oft „gegen“ Marketing, Produktion usw. durchsetzen. Letztere kommen mit Zahlen und argumentieren, dass man beispielsweise mehr Absatz erzielt, wenn genug Klingeltöne auf dem Handy sind, oder dass man billiger produziert mit bestimmten Materialien. Der Designer hat keine Chance sich auf dieser Ebene gegen solchen offensichtlichen Blödsinn zu wenden, eigene Studien vorzulegen oder zu zeigen, dass die Marketingstudie gepfuscht ist (was häufig vorkommt). Er kann nur seine Entwürfe zeigen und hoffen, dass sie genug beeindrucken. Schon deshalb wäre die ein oder andere Prise Wissenschaft wichtig, schon um den Pseudowissenschaftlern zu antworten.
Es ist auch ärgerlich, dass Design in Konzernen eine Unterabteilung des Marketing ist. Design hat mit so vielen Belangen zu tun, dass es ebenso gut zentral an der Spitze stehen könnte. Dafür müssten wir aber wirklich etwas zu bieten haben, das die anderen Abteilungen beeindruckt. Dazu zählt zumindest eine Art Satisfaktionsfähigkeit in Sachen Wissenschaft. Die Vermittlung des Design an den, der letztlich dauerhaft damit umzugehen hat, ist ein Gebiet, dass bisher überwiegend vernachlässigt wird, auch Design hat hier bisher nur die Oberfläche gestreift.
Das heißt nicht unbedingt, dass man fortan auf Entwürfe von geringerer Komplexität oder auf Designtheorie verzichten muss oder dass diese verdrängt werden. Aber: die Struktur der gestuften Studiengänge, die es Masterabsolventen automatisch ermöglicht, bei guten Noten einen Phd-Studiengang zu belegen, hätte schon längst dazu führen müssen dass auch die Methoden der Designwissenschaft in die Curricula integriert werden. Ansonsten gibt es weiterhin bloß Titelbeschaffungsaufsätze und keine richtigen Doktorarbeiten mit wesentlichem Erkenntnisgewinn. Gerade hier kann ein Beitrag von den Designwissenschaften geleistet werden, um selbst wieder von den Kandidaten zu profitieren.
Vielleicht kommen uns in der nächsten Veranstaltung dieser Art noch weitere Gedanken dazu.
Mir hat das heute Spaß gemacht, dafür bedanke ich mich bei allen.
"Positionen" weiter begründen
Design ist natürlich vielschichtig. Ob sich aber seine Facetten sauber herausschleifen lassen kann sich immer erst hinterher erweisen. Deshalb ist es wohl um die Ecke gedacht, Kategorien zu suchen, bevor man eine Grundunterscheidung ausmachen kann. Hier muss wohl noch etwas Metawissenschaft betrieben werden. Ich könnte mir da eine ganze Reihe von Publikationen oder Veranstaltungen in dieser ungezwungenen Form vorstellen, die eine Designwissenschaft erstens bejahen und zweitens auch anschlussfähig herausarbeiten. Schließlich misst sich der Erfolg einer Wissenschaft vor allem daran, ob sie erfolgt.
UvL 8-)
Fazit
Auch wenn uns der weitere Verlauf überlassen worden ist, möchte ich gern an dieser Stelle ein zusammenfassendes Fazit für mich ziehen.
Ich erkenne aus der heutigen Diskussion über Designtheorie, -forschung und -wissenschaft zwei Aspekte. Der eine Aspekt ist die Notwendigkeit von Forschung. Der andere Aspekt ist der Bedarf und Bedürfnis nach einer Philosophie des Designs.
Designpraxis ist m. E. bereits in seiner Eigenschaft, im starken Maße heuristisch vorgehen zu müssen, eine Art Forschungstätigkeit. Daher ist die Forschung DURCH Design der nahe liegende Weg, um originäre Forschungsergebnisse und Erkenntnisse für den Designbereich zu gewinnen. Dass dabei auf etablierte Forschungsmethoden und Erkenntnisse aus anderen Wissenschaften zurückgegriffen werden können ist sinnig und legitim. Die Besonderheit oder die Herausforderung der Designforschung ist nachzuweisen oder zumindest nachvollziehbar aufzuzeigen, dass Forschung DURCH Design neue Erkenntnisse generieren kann, die mit etablierten Verfahren nicht zu gewinnen wären.
Unabhängig davon, aber nicht unberührt davon, gibt es ein Wunsch nach einer Auseinandersetzung mit der Wesensbestimmung von Design. Dies wird spürbar, weil über Design nicht nur als bloßes Mittel, Verfahrenswerkzeug gesprochen wird, sondern als eine Art und Weise des Umgangs, in der man sich stark eingebunden fühlt. Das wäre der Stoff für eine philosophische Deutungsarbeit/Bedeutungsarbeit FÜR Design. Ich würde mir wünschen, dass viele Designer und Designtheoretiker darin involviert sind.
Herzlichen Danke an die Organisatoren und an alle für die dichte und spannende Diskussion!
J. Park
Mine
Thanks to all who have participated in the feature discussion which combined careful preparation (reflecting and commenting on the position papers) with spontaneous discussion that has run for seven good hours. There were some tug-a-wars over details as well as some important questions raised and ideas to move forward suggested. I would like to add my contribution to the debates.
I have come to appreciate that most honest academics propose something they really believe is good for their disciplines. With this appreciation, I try my best to take each position as it is. It is with this outlook I have observed the online discussions. My view on the four positions on Designwissenschaft is that each position is (like) a tool or a pair of shoes, designed and crafted to achieve what the authors believe and prefer. I try to think about for which purposes each position might be utilized before I do anything else to it. Jonas’s comparisons of the four positions are useful in this regard.
The feature discussion, as a follow-up on the „Positionen zur Designwissenschaft“, centered on the definitions or meanings of Designwissenschaft (DW) and eventually also of Design. The discussants addressed the problem on the specific contribution or the purpose or the value or the task of DW. It seems to me true that design philosophies, theories and empirical research could contribute to knowledge without DW. DW is not only about contribution to knowledge, but also the institutionalization of design knowledge production, and here lies the disagreement. My own view is that we have not much of a choice, given the development of design research and higher education in Europe, and the fact that knowledge production has been and still is institutionalized in general. (Even mode 2 knowledge product presupposes mode 1). The issue seems to me is how to use politics and economics to our advantage and not let them suck away our energy for producing valuable philosophies, theories and empirical research. And to do this, we need what Leif Östman called ‚Designwissenschaft Gemeinschaft’ to take up the suggestions made in the concluding statements.
If we take DW as necessary, then the question of the its form(at) becomes interesting and critical. The discussants used a number of analogies for this. DW could be like Medizinwissenschaft (Jonas & June Park), Theaterwissenschaft or Literaturwissenschaft or Kunstwissenschaft (Rainer Funke), Biologie (Stephen Rust), Kulturtechnik (Sandra Groll & June Park). Our discussion is very similar to those that have been raged in the debates of design research and doctoral education. I don’t think the design research community has settled on this and we can see different form(at)s promoted and followed. But the emergent (and I will use the word) trend is toward a form(at) that has a very close relation between research and practice (and you know what I am referring to?).
Besides the function and form(at) of DW, the discussants raised the question of the subject matter of DW and design. The tension seemed to be about scale: DW might deal with what traditionally designers have been dealing with (Stühle,Väschen, Kaffeemaschinen - the 10% of the world issues) or the remaining 90% (Lebensbedingungen in den Städten, Ressourcenknappheit, Wasser, Kriminalität, postfossile Mobilität, ... Transformation). This subject matter debate is rather old and has appeared very often though not necessarily in the context of DW, but in design education, research and practice. I would only add that, in other corners of the world, most notably in the UK and the USA, people have moved on with the issue and impressed us with what they could do with design competence (widely conceived) in non-traditional subject areas (the 90%). Jonas mentioned ‚designagainstcrime’. We might take up June Park’s proposal to draw a Landkarte of the subject areas and see how far designers and design educators have gone.
In concluding, I like to mention aesthetics as it seems to be a topic that means a lot to Rainer Funke and possibly many others. In the discussion, like other debates, there was often posited a dichotomy or two poles between aesthetics and logics; and by extension between arts and sciences (take the Fahrplan as example). In Rainer’s mind, Versinnlichung is really the task of design(er) and I find myself agreeing with him. Having said that, I hope Rainer’s interest in Versinnlichung is not limited to making something cute and pretty (Produktkosmetik), but is close to Dewey’s aesthetics. For Dewey, aesthetic experience is not a type of experience, but is the (fulfilling) experience (that grows human beings) that all experiences (including calculating the routes of Fahrplan) can achieve. The matter is of course more complicated than I can deal with here. I mention it just to follow Dewey to say that what appears to be different in kind is often a matter of difference in focus on the different parts/phases of the continuous process of living/designing.
I find it useful to organize a second round and hope that I can gather some other authors. Please give me suggestions and feedbacks on the possible themes or format.
Thanks again for spending the time and energy on the feature discussion.