Event:
April 12, 2011
Wie müsste DW organisiert und wer muss hierzu mit einbezogen werden?
Rosan Chow:
Soweit mir bekannt, gibt es trotz der Existenz von Design noch keine Disziplin namens Designwissenschaft. In vielen Ländern hat man sich in den vergangenen 15 Jahren mit Designforschung auseinandergesetzt. Hingegen scheint kaum jemand tatsächlich an einer Designwissenschaft interessiert zu sein.
• Welche Möglichkeiten und Chancen ergeben sich aus der Etablierung von DW als akademische Disziplin?
• Reicht eine Organisiation wie die dgtf aus oder benötigt es eine größere europäische oder internationale Organisation?
• Inwiefern ist die Anerkennung oder Beteiligung aus anderen Disziplinen von nöten?
Beitrag
Auf die Frage, ob sich eine gemeinsame und einheitliche Definition von Designwissenschaft erarbeiten lässt, kann man unterschiedlich antworten. Erstens, DW wird sich eigenständig - unabhängig von unseren Bemühungen - durch die unterschiedlichen Aktivitäten von Designforschern und Praktikern etablieren. Die Geschichte anderer Wissenschaftsbereiche Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften usw. deutet daraufhin, dass der Prozess Zeit braucht und nicht erzwungen werden kann. Zweitens muss stärker berücksichtigt werden, inwiefern DW von abgrenzenden Gebieten wie Ingenieurwissenschaften, Informatik oder Architektur interpretiert wird.
Beitrag 2
Die Diskussion innerhalb DGTF reicht beispielsweise nicht aus, die Debatte allein zu steuern. Zum Glück existieren weitere Organisationen, DRS, Design Forum, usw. und wissenschaftliche Zeitschriften, z.B. Design Studies, die sich damit beschäftigen.
Welcome back
Hi All,
Hope you had a good lunch. I have enjoyed the friendly discussion and would like to propose that we should try to have a more pointed debate. So I will play the devil-advocate.
We can all agree that collaboration between organizations is a good way to establish DW. But I think that all the existing organizations to support or promote DW or DR have a long way to go. Let us be critical and honest about the quality of the conferences, journal publications, doctoral educational programs and supervision, and insufficiency of textbooks.
We cannot establish DW by ourselves. We need help from outside of design. We should emulate the 'real' Wissenschaften in terms of their seriousness. We need leaders with visions and competences. We should push harder instead of allowing it to evolve.
Als einen großen Vorteil
Als einen großen Vorteil sehe ich momentan unsere wachsende Vernetzung und konstruktiven Diskurs an (unsere kleine feature discussion ist Ausdruck davon). Das stärkt nach innen und nach außen.
Auch den deutschsprachigen Austausch wieder anzukurbeln empfinde ich als erfreulich. Das soll freilich nicht der Abschottung dienen, sondern ein erster Schritt sein, dann wieder den Anschluss an die internationale Forscher Community zu finden.
Ob es eine speziell deutschsprachige Position gibt bzw. geben könnte und wie diese sich zu artikulieren hätte, muss sich noch zeigen.
Rosan schrieb: >> We cannot
Rosan schrieb:
>> We cannot establish DW by ourselves. We need help from outside of design
>> [...]
>> "We need leaders with visions and competences"
Meinst Du Leaders aus den DW oder von "außen"?
Qualität von Konferenzen
ich hoffe es ist ok, deutsch zu schreiben.
Kongresse sind in der Tat teilweise von sehr gemischter Qualität. Es scheint eine Rolle zu spielen, dass sie durch die Eintrittsgelder zum Geschäftsmodell für Event-Agenturen geworden sind, das sich um ein paar Ecken aus öffentlichen Töpfen bedient.
Der publish or perish Zwang sorgt für dauerhaften Nachschub.
Rein kostendeckende Veranstaltungen sind selten geworden. Daher wird oft mehr als nur ein Auge zugedrückt, was die Zulassung der Beiträge angeht. Es gibt aber auch ganz hervorragende Beiträge, nur ist es schwer zwischen beiden zu unterscheiden. Es liegt an uns selbst, das mit zu beeinflussen.
To Tom
Hi Tom
Does not matter as long as they have visions and competences.
Zunächst einmal ist es gut,
Zunächst einmal ist es gut, dass sich eine Initiative wie unsere Themengruppe bei der DGTF ergeben hat, um sich mit den Grundlagen/Positionen der Designwissenschaft zu befassen.
Herzlichen Dank dafür an Felicidad Romero-Tejedor, der Initiatorin dieser Themengruppe und Dank an Rosan für die Organisation der feature discussion.
kleiner Nachtrag zu
kleiner Nachtrag zu Qualität von Konferenzen
Es gibt aber auch ganz hervorragende Beiträge, nur ist es schwer zwischen beiden zu unterscheiden --anhand der Tagungsprogramme, um den richtigen Vortrag zu hören.
Promotionen werden, nach allem was man so hört, eher dürftig betreut, selbst dann, wenn die Kandidaten eine feste Stelle haben. Aber vielleicht liegt es auch an der deutschen Neigung, eher negative Aspekte zu betonen als positive. Dazu könnte man ja mal aufrufen: Lobe deine Situation! Positives Denken fördert den Enthusiasmus.
Zu Rosa (our
Zu Rosa (our devil-advocate):
Ich bin mir nicht sicher, ob wir nicht doch den maßgeblichen Anteil an der weiteren Etablierung der Designwissenschaft haben sollten. Andere Wissenschaften haben sich ebenfalls von innen heraus entwickelt und haben erst ab einem bestimmten Stadium Anerkennung von aussen erfahren.
Zu den Konferenzen
Internationale Institutionen wie z.B. International Council of Societies of Industrial Design ICSID, mit ihren internationalen Kongressen gibt es schon sehr lange (seit 1957 die Vorläufer schon seit 1953) und wir sind gefordert, uns innerhalb dieser Organisationen zu positionieren.Das ist aber schwierig, weil man feststellen muss, dass die Teilnahmen an solchen internationalen Kongressen ausgesprochen kostspielig und daher beispielsweise für Hochschulmitglieder so gut wie unerschwinglich sind.
Kongresse etc sind
Kongresse etc sind tatsächlich ein Thema für sich.
Ich selber bin da ein großer Freund von eher kleinen, daher aber stark focussierten Veranstaltungen, die nicht versuchen (müssen), alle denkbaren Themen unter einen Hut zu bringen.
Warum nicht, das Thema unserer heutigen Discussion "Wie schaffen wir Designwissenschaft" in eine solche Veranstaltung gießen? Mit Vorbildern aus anderen Disziplinen, Best Practicern aus anderen Ländern, vielleicht in Kooperation mit einer der dgtf äquivalenten, internationalen Einrichtung, und womöglich bereits mit Vertretern der Hochschulpolitik.
Sicher, das will alles organisiert werden. Aber der Bedarf und inhaltliches Futter sind vorhanden.
Hierzu möchte ich gern noch mal die Anregungen von Stephen und Markus aufgreifen:
Stephen sagt:
" Es würde Sinn ergeben, zunächst die Stellen zu ermitteln, die offen wären, sich auf das Gebiet einzulassen. Das könnten dann Ausgangspunkte einer Verbreitung werden. Die dgtf oder andere Vereinigungen wäre vielleicht der Ort, an dem Empfehlungen ausgearbeitet werden, auf die interessierte Hochschulen zurück greifen könnten.
Die Infrastruktur, von der ich bereits sprach, ist noch zu entwickeln, ist als sich selbst verstärkendes System auszubauen."
Markus sagt:
"Die Hochschulen müssen selbst lernen, die Etablierung der Designwissenschaft in den eignen Reihen als eine ureigene Zukunftsaufgabe zu sehen und mit dieser Forderung an die Kultusministerien heran treten."
Wie funktioniert so etwas? Was ist zu tun?
Fragen, denen wir uns heute bereits widmen, auf die wir aber möglicherweise bis 17h keine zufriedenstellende Antwort finden werden, und die wir daher im Rahmen solcher Veranstaltungen gezielt vertiefen können.
Geld / Fragen
ein Dauermissverständnis möchte ich hier einmal versuchen gerade zu rücken. Es geht ja nicht primär um Geld, man kann auch sehr kostenbewusst forschen, zB einfach nur mit Bleistift und Papier. Bei Ikea bekommt man beides sogar umsonst, falls es darum geht. Da zählen dann mehr Geist und Wille.
Ich habe bisher den Wunsch nach Geld viel lauter gehört, als den Wunsch, zu einem bestimmten Thema forschen zu wollen, nach Forschungsgeldern wird viel häufiger gesucht als nach vernünftigen Forschungsfragen. So wird es nicht funktionieren, weil es nicht glaubwürdig ist.
Hinter dem Geldargument steckt (auch) eine gedankliche Struktur, die ihrem Wesen nach reduktionistisch ist, die meint, irgendwo muss die eine einzige wichtige Schraube sein, an der man nur drehen muss, und dann wird alles gut. (Beispielsweise wollte man ja alle Probleme des universitären Betriebes durch die Einführung von Studiengebühren lösen, was nicht unbedingt gelungen ist.)
Wir sollten diese und andere Diskussionen dazu nutzen, solche Schrauben zunächst zu identifizieren und in eine gewisse Ordnung bringen, so dass am Ende ein Konzept oder eine Strategie steht, aus denen sich einzelne Aufgaben ableiten lassen, die dann einzelne Personen/Gruppen übernehmen können.
Also Forschungsfragen sind möglicherweise die Basis, um Promotionsrecht, Mittelbaustellen, Geld zu beantragen. Das wird auf jeden Fall die bewilligende Seite so sehen. Die Relevanz dieser Fragen für das eigene Forschungsfeld, für das Design, die Wissenschaft, die Gesellschaft usw. ist dann zu ermitteln. Wenn man eine Nische findet und besetzt, ist es relativ einfach, in andere Fachgebiete vordringen bedeutet Wettbewerb, der erstmal zu bestehen ist.
Auch internationale Einigungen über das Thema sollten erzielt werden. Die DFG verweist nämlich gerne mal auf die in der Unesco aufgeführten, registrierten wissenschaftlichen Fächer, wo uns vielleicht die Architektur am nächsten kommt. Wir werden uns mit der Frage zu beschäftigen haben, was können wir, was die (oder andere) nicht können.
Sabine schrieb: "Ich bin
Sabine schrieb:
"Ich bin mir nicht sicher, ob wir nicht doch den maßgeblichen Anteil an der weiteren Etablierung der Designwissenschaft haben sollten. Andere Wissenschaften haben sich ebenfalls von innen heraus entwickelt und haben erst ab einem bestimmten Stadium Anerkennung von aussen erfahren."
Wahrscheinlich können wir beides gut gebrauchen: den Antrieb von innen, sowie eine Orientierung an möglichen Role Models anderer Wissenschaften, die es irgendwann einmal geschafft haben, sich aus ihrer selbstverschuldeten Unmündigkeit zu befreien :)
...
Der Veröffentlichungsdruck und die teuren Konferenzen sind lästig. Andererseits ermutigen sie Wissenschaftler auch dazu, ihre Ergebnisse mit anderen zu teilen. Darin sind Designer ja auch nicht so gut. Was schönere und menschenfreundlichere Formen des Austauschs angeht, können wir uns sicher noch was einfallen lassen: Online-Zeitschriften und –foren, kleine, fokussierte Kolloquien und so.
Aber selbst das geht nicht nur mit gutem Willen. Selbst bei design promoviert nehmen wir einen kleinen Beitrag für Essen und Getränke. Die freundlichen Erfahrungsträger(innen), die dabei mitmachen, können von unserer Dankbarkeit auch ihre Miete nicht zahlen. Auch der DRN-Server will von irgendwem gepflegt werden. Ohne Förderung und Anerkennung wird da nix draus.
Die Vorbilder kann man sich ja auch woanders leihen. Da eignen sich die Großen Übergewanderten in der HCI schon ganz gut für: Können schreiben, kennen die Literatur, trauen sich trotzdem noch was Neues zu. Also doch gekonntes Schmarotzertum als Taktik?
Zu Tom (zu Markus)
Die Stellen an den Hochschulen, die sich für die Designwissenschaft einsetzen können zu bündeln, ließe sich sicher gut organisieren, dazu könnte man eine Konferenz organisieren und darüber könnte man auch die offenen Stellen zumindest an den Hochschulen ermitteln. Das könnte ich mir sehr gut vorstellen. Wir haben da mit so einer Veranstaltungsreihe an der HAWK begonnen, die man dafür gut nutzen könnte (Designzoom).
ohne diese diskussion
ohne diese diskussion verkürzen zu wollen, reisse ich überbrückend mal Rosans eingangs formulierten zweiten Punkt an:
Die Frage ob eine Organisiation wie die dgtf ausreicht oder es einer größeren europäischen oder internationalen Organisation bedarf?
Eine Organisation wie die dgtf kann wichtige Impulse auslösen und koordinieren, Kräfte bündeln und obendrein wertvolle „Lobbyarbeit“ übernehmen. Als Austauschplattform und Kommunikationsnetzwerk mitsamt ihren regelmäßigen Tagungen etc. ist sie längst ein wichtiger Motor für DW im deutschsprachigen Raum.
Themenbezogene Kollaborationen bzw. inhaltlich/strategischer Austausch mit internationalen Organisationen (DRS, EAD, etc.), etwa anhand von gemeinsamen Workshops, Symposien, Publikationen etc.: unbedingt!
(Gern auch mit geringen Unkostenbeiträgen. Gern auch saftig gefördert.)
zu Tom und Katharina
Also erst einmal der Antrieb von innen mit Forderungen nach aussen?
Katharina muss ich zustimmen, auch wenn man den Willen hat zu forschen, reicht das leider nicht. Man braucht früher oder später Geld, spätestens um zu veröffentlichen.
Zu den Organistaionen
Neben der DGTF gibt es aber noch eine Reihe von Institutionen in Deutschland, die sich ebenfalls mit designwissenschaftlichen Forschungsfragen beschäftigen wie z.B. der Rat für Formgebung, die Gesellschaft für Designgeschichte und das IDZ.
Insofern verfügen wir in Deutschland über eine Reihe von Institutionen und vor allem Hochschulen, die sich mit Designwissenschaft auseinandersetzen. Meines Erachtens sollten es nicht zu wenige aber auch nicht zu viele Plattformen sein, denn so groß ist die Designwissenschafts-Community noch nicht. Es ist eine Entwicklung, die sich nach den Bedürfnissen regeln wird. So etwas kann man nur schwer planen.
Guten Tag, erst einmal in
Guten Tag,
erst einmal in die Runde. Ich habe die heutige Diskussion ein Wenig verfolgt und möchte mich noch einmal dafür stark machen erst einmal die grundlegenden Bereiche des Forschungsfelds zum umreißen, bevor man in einer Art Metadiskurs die konstituierende Differenz der eigenen Profession versucht festzunageln. Dies wird wie Stephen Rust ganz richtig bemerkt nicht ohne das Ausloten der 'Nische' in den einzelnen Forschungsarbeiten / Promotionen möglich sein.
Zur Akezptanz / bzw. Promotionsrecht, so ist zu sagen, dass es ja bereits einige Möglichkeiten zur Promotion im Bereich der Designwissenschaften (unter Anderem in Offenbach) gibt. Aufmerksamkeit/Forschungsgelder und Anerkennung folgen nun mal leider auch einer Eigendynamik, die erst einmal einen kritischen Punkt an Beachtung erreichen muss.
Ich denke, das an dieser Stelle gerade für diejenigen die gerade Promovieren (und ich bin mir bewußt dass es sich um ein paar Wenige handelt) sich die Aufgabe stellt, ihre Forschungsarbeiten/themen auch bei interdisziplinären Veranstaltungen zu präsentieren. Insbesondere im universitären Kontext. Dies eben auch um die Spezifik der eigenen Disziplin im Vergleich mit anderen auszuloten
alte Potenziale
es müsste so ungefähr 500 bis 800 Designprofessoren geben. Kennt die jemand? Viele sind eben nicht unbedingt in Vereinen organisiert, vielleicht könnte man versuchen, dort Kollegen zu rekrutieren oder zu reaktivieren. Einfach mal gezielt ansprechen. Das ist vielleicht genauso wichtig als eine Internationalisierung, weil es unmittelbar geschehen kann, ohne Mittelanträge, Struktur-Aufbau usw., und was ist mit Österreich und Schweiz?
Be realistic
I will continue to play devil-advocate.
Let us be realistic. Most of the 'real' Wissenschaften organization have over thousands of members. They have journals, magazines, conferences, and probably more money. Does this not put into perspective the state of DW? Can we afford to let it evolve slowly? Or we lack the competence to make it grow? What is the chance of establish DW in the Kunsthochschule which itself has close to zero budget? What does this little feature discussion will do to contribute to the development of DW?
@ devil-advocate
in gewisser Hinsicht können etablierte Wissenschaften natürlich als Vorbild dienen, DW sollte sich aber über sein embryonales Stadiums klar sein. Ich befürworte ebenfalls, die Entwicklung selbst planvoll zu bestimmen und uns nicht selbst bei der Emergenz zu beobachten, so interessant das auch sein mag. Nur: Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht, also müssten wir identifizieren, was wir forcieren können und was nicht.
Richtig! Dass
Richtig!
Dass Designwissenschaft als junges Feld mitunter noch etwas unbeholfen holprig sowohl am eigenen Profil feilt, als auch um Aufmerksamkeit und Anerkennung von außen buhlt, ist nachvollziehbar und vorerst nicht weiter schlimm. Im Gegenteil: Es bedarf noch einiger Zeit und Veranstaltungen wie diese um die Sache auf den Weg zu bringen. Wir befinden uns jedoch bereits auf einem guten!
Um eine Beteiligung kann und sollte DW nicht herumkommen, tangiert Design doch viel zu viele (alle!) Lebens- und somit auch Wissensbereiche bzw. wird von diesen tangiert.
Was die Anerkennung aus anderen Bereichen betrifft, so schließe ich mich erneut Sabine an, die davon ausgeht, dass die Anerkennung exponentiell mit der zunehmenden Erfahrung anderer Disziplinen mit DW wachsen wird.
@Roane
Das ist natürlich richtig, aber die Organisationen, Institutionen und 'Infrastrukturen' der etablierten Wissenschaften sind ja nicht hermetisch verschlossen. Es ist durchaus möglich dort zu partizipieren (auch an den Diskursen) und gleichzeitig das eigene Forschungsfeld zu etablieren sowie gegen Vorurteile partieller 'Unwissenschaftlichkeit' zu verteidigen.
Auch die einzuschlagende Richtung kann nur anhand von Inhalten und in Abgrenzung zu anderen ausgehandelt werden.
Vielleicht sollten wir mit
Vielleicht sollten wir mit einer umfassenden Bestandsaufnahme beginnen z.B.: wieviele Professuren gibt es allgemein im Design, wieviele speziell in den Designwissenschaften, welche und wieviele Fachzeitschriften, welche und wieviele Konferenzen haben wir. Wir könnten so etwas wie eine Designbibliografie (zunächst national) erstellen. Ansatzweise liegen diese Informationen bereits vor, wir müssten sie nur in einem Gesamtverzeichnis zsammenführen.
Und auch wenn wir feststellen müssen, dass wir im Vergleich zu anderen Disziplinen in einem "embryonalen Stadium" sind, können wir uns nur bemühen dieses weiterzuentwickeln, da ist das Bild von dem Gras, an dem man zieht von Stephen absolut richtig.
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Naja. So jung ist das Feld nun auch wieder nicht. Dahinter, und hinter dem Gegenstandswissen, verstecken sich Designer ja oft auch. Vielleicht gleicht das Feld auch eher einem Teenager, der noch nicht in die Schule gehen, sondern noch ein bisschen spielen möchte. Als erwachsen behandelt werden möchte, aber die lästigen Pflichten und die Verantwortung nicht übernehmen will (selbst Forschungsgelder einwerben, relevante Forschungsfragen formulieren, sich so lange breitmachen, bis da eine Nische ist).
Und das Argument ‚man sieht doch, das was passiert, wir machen doch gerade was’ finde ich nicht überzeugend. Wenn man kein Ziel vor Augen hat, warum man sich zusammensetzen und reden muss, dann kann man es auch lassen. Was wären denn solche Ziele?
Growing DW as grass
Grass is always greener on the other side.
I am just learning to be a gardener so I like the grass metaphor. I am not stupid enough to pull the grass, but I know that I can do various to help it grow faster and healthier.
I rig the dead moss to give it air.
I check the weather forecast: rain and temperture before i put fertilizer.
I read the instruction and put just enough fertilizer.
And my lawn is growing so beautifully after these careful efforts.
Certainly DW needs also some efforts from our sides? Could you please list some? so that DW can establish itself fast and healthy?
Wir haben ja gerade sehr
Wir haben ja gerade sehr abstrakt diskutiert, wie man eine Designwissenschaft positioniert und entwickelt. Ich denke, dass sich Designwissenschaft durch vorbildliche wissenschaftlich geführte Projekte am besten entwickeln kann. Das ist sind die Grashalme, die letztendlich dann die Grünanlage bilden.
Daran sollten wir arbeiten und uns gegenseitig in einem Erfahrungsaustausch unterstützen, was wiederum der Dünger für andere Grashalme werden kann. Dafür eignet sich die dgtf genauso wie das desigresearchnetwork als Plattform.
fast and healthy
zwischen gesund und schnell gibt es normalerweise ein trade-off Verhältnis (e.g. fast food), also wird es schwierig. Wahrscheinlich hilft nur, den Dingen so viel Zeit zu geben, wie sie brauchen - aber nicht mehr. Sofort machen könnte man zB diese Bestandsaufnahmen (Sabine) als wichtige Informationsbasis, die dgtf ist dafür sicher der richtige Ort.
Auch relevante Fragen entwickeln, sich dabei helfen/lassen, alles transparent offen legen wären Maßnahmen die sofort umgesetzt werden könnten.
Einige andere Ziele brauchen aber sehr langen Atem, und die Fähigkeit, sich nicht unterkriegen zu lassen, wenn es nicht sofort klappt.
Danke und Schluss
Thank you very much for your responses to my devilish questions/comments.
We will end part 3 now and take a coffee break. I would like to ask you to use the next hour to write a short suggestion on 'Wie Schaffen wir DW?'
See you at 16:30 in the new page 'Nachbereitung' (I will open one soon)
Notwendigkeit zur Blickerweiterung
Designforschung scheint der primäre Rahmen zu sein, innerhalb dessen designforscherische Tätigkeit benannt wird. Vielleicht ist die Ausdruck eines emergenten bottom-up Prozesses von Design hin zu Designforschung als Mittel, wobei dessen Zweck und Ziel noch unklar sein mögen. Die Begriffe Design Science bzw. Science of Design sind zwar keine Unbekannten, und es wäre sicher interessant zu ergründen, was eine Spurensuche zu diesen Begriffen an Erkenntnissen genau zutage fördern würde.
Die Etablierung von Designwissenschaft würde natürlich verschiedenste lokale, nationalen und internationale Initiativen benötigen, aber schon ein Blick in die Geschichte von Informationswissenschaft zeigt, welche Schwierigkeiten damit verbunden sein können. Im Moment scheint es eher ein Netz von Initiativen und Knotenpunkten zu geben, aus denen heraus sich vielleicht Synthesen bilden lassen. Immerhin ist Design als ökonomischer Faktor ein Thema auf EU-Ebene, abgebildet in verschiedensten nationalen Design Policies, d.h. es gibt bottom-up und top-down Prozesse, die sich ineinander verweben könnten.
Andere Disziplinen sollten nicht ausser Acht gelassen werden, ist dort doch schon sehr viel an Designwissen entstanden. Aber bei einer solchen Perspektive stösst man unweigerlich auf fundamentale Fragen hinter dem Begriff Designwissenschaft, zum Beispiel die Frage, ob Designwissenschaft aus der Designdisziplin heraus, wie sie im deutschsprachigen Raum tendenziell verstanden wird, alleine angetrieben werden könnte. Ich denke, dass die eigenen blinden Flecken hierzu hinderlich sein können, dass aber auch die Chance und Notwendigkeit bestünde, den eigenen Blick zu erweitern.