Honestly, I had never thought about how to establish Designwissenschaft before. So today’s discussion was the first time that I have engaged in this question directly. I am therefore very thankful for all your thoughts and ideas. It was very interesting to think together.
It seems to me that perhaps we all know what we need: we need time, financial support, recognition, collaboration with other disciplines, top down and grass root efforts, communication among all DW and design organization nationally and internationally, lobbying, visoneries etc, etc. What we could gain more, however, are some concrete strategies and action plans. And for these two things, I find myself reaching the bottom of my depth and not getting much. Our discussion theme is as much an organizational, political and economical question as a wissenschaftlich one.
Anyway, I think our discussion makes a contribution, however small. I will discuss with the members of Grundlage der DW how we might take the issue forward.
Thank you very very much for taking the time to participate. Special thanks to Leif and June for their moderation. See you.
Wir sind natürlich noch nicht durch mit dem Thema, aber um weiter voran zu kommen, halte ich folgendes für sinnvoll:
Oft und viel kommunizieren
Je öfter solche Themen im Dialog bearbeitet werden, desto mehr werden sich die Konturen der Designwissenschaft und ihrer Fragen, Ziele und Ideale zeigen. Teilnehmer müssen immer wieder aktiviert werden. Diese Diskussion war ja eigentlich offen für jeden, aber wir hatten leider nur ein paar eher stille Zaungäste.
Vereinsgrenzen überwinden
Es gibt eine Reihe relevanter Vereinigungen, die für Designwissenschaften in Frage kommen. Zwischen ihnen sollte ebenso ein Dialog statt finden, wie von außerhalb. Entscheidend ist der Wille, etwas zustande zu bringen, von dem jedem klar sein muss, dass sicher noch nichtmal 50% eigene Vorstellungen realisiert werden. Das muss man aushalten können.
Ressourcen heben
Neben den vielen bekannten Einrichtungen lohnt es sich möglicherweise, eine initiative Recherche innerhalb der Hochschulen zu betreiben, wer noch als aktiver Mitstreiter zu gewinnen wäre. Beispielsweise sind in NRW die Design-HS/FHn personell oft sehr generös ausgestattet, in Mannheim und Berlin gibt es einige Institute für Designfächer, in Wien eine Einrichtung für Designgeschichte und überall entstehen mehr oder weniger unentdeckt recht gute Bücher, die auf Forschungsarbeit beruhen. Hat man eine - mit Sabines Worten - Bestandsaufnahme gemacht, kann man diese auch produktiv nutzen.
Ausdauernd hart arbeiten
Das klingt jetzt natürlich sehr unattraktiv, aber einen bequemen schnellen Weg zu einem größeren Ziel gibt es nicht. Wenn es darum geht, Anerkennung durch andere Institutionen der Wirtschaft, Politik und Forschung zu erwerben, die sich vielleicht auch in Fördermitteln äußert, ist es von Vorteil auf tiefe, lange und vor allem bedeutsame Spuren verweisen können, die man hinterlassen hat.
Wie ein Designer denken
Warum fällt es uns eigentlich so schwer, die von uns allen studierten designerischen Vorgehensweisen auf die Errichtung einer Designwissenschaft zu übertragen? Einen erwünschten (vorläufigen) Endzustand zu formulieren planerisch zu entwickeln und zu erreichen ist doch hier auch nicht schwerer. Vielleicht ist die Institutionalisierung der Designwissenschaften "nur" ein Designproblem.
Teuflisch fragen, oder noch teuflischer
Zu manchen Resultaten gelangt man schneller oder sogar nur kontrovers. Auch das muss man dauerhaft aushalten können.
=======================
Jedenfalls, ich möchte mich bei allen Teilnehmern für den anregenden Tag und auch die Beiträge im Vorfeld bedanken. Bis demnächst.
Wie Rosan beschrieben hat, wissen wir, was wir brauchen, um Designwissenschaft zu fördern. Das bleibt aber (auch wenn wir Zeit, finanzielle Unterstützung, Kommunikation, Vernetzung mit anderen Disziplinen haben etc.) immer noch sehr abstrakt.
Um es konkreter zu machen, könnte der erste Schritt darin bestehen, eine Bestandsaufnahme zu machen. Das halte ich für sinnvoll und hilfreich, um den derzeitigen Standpunkt der Designwissenschaft festzustellen. Von dort aus können wir gemeinsam nach weiteren Entwicklungspotenzialen Ausschau halten, unsere Kräfte sinnvoll bündeln und gemeinsame Zielvorstellungen formulieren. Das halte ich für einen gangbaren Weg.
Darüber hinaus müssen wir weiterhin von innen heraus arbeiten und forschen und mit vorbildlichen wissenschaftlich geführten und konkreten Projekten an die Öffentlichkeit treten.
Dank an die Moderatoren Leif, June und Rosan
Es war ein interessanter Tag und die Zeit ist verflogen…
Mein Fazit ist ganz ähnlich. Nicht sehr konkret, zugegeben:
Mehr Mühe geben und von den Großen lernen. Mehr und früher Forschung an den Hochschulen unterrichten. Mehr lesen und besser schreiben. Die Punkte, die unklar sind, irgendwann erklären können. Die richtigen Fragen stellen. Sich eher zu viele als zu wenige Gedanken machen. Andere überzeugen, dass man ganz dringend gebraucht wird.
So in etwa!
Gruß, Katharina.
Nun habe ich freilich noch nie eine Wissenschaft aus dem Boden gestampft und salonfähig gemacht. Und wenn ich an die triste Leere in den Blumenkübeln auf meinen Balkon denke, scheint es um meinen grünen Daumen auch nicht so gut bestellt, weshalb ich mich mit der (dennoch liebenswerten) Gras-Metapher besser zurückhalte.
Vielmehr möchte ich zunächst skizzenhaft Aspekte für die Formulierung von kurz-, mittel- und langfristigen Zielen sammeln, und dazu anregen, die heutige Diskussion lediglich als kleine Etappe zu verstehen.
Folgende Aufzählung erhebt somit keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder gar Richtigkeit, ist bewusst nicht ausformuliert, freut sich über Erweiterung und spätere Konkretisierung, etwa anhand von Etappenzielen.
Schaffen wir Designforschung durch:
. Ziel formulieren:
Was soll aus Designwissenschaft werden? Wann soll dies passieren? Wie wollen wir das erreichen? (Etwas zurückhaltend erstmal nur als Fragezeichen. Besser wäre freilich: "In xx Jahren soll DW in Deutschland...!" etc.)
. Vernetzung ausbauen (nach innen und nach außen):
Die Designwissenschafts und -forschungsgemeinde ist bei uns bereits recht gut vernetzt. Zumindest wurden und werden anhand einiger Plattformen und Institutionen wichtige infrastrukturelle Voraussetzungen, nicht zuletzt für ein gemeinsames strategische Vorgehen geschaffen. Nachteil: Die DWler bleiben eher unter sich, klagen über Zustände, ohne wirklich voranzukommen. Was wir brauchen ist ein stärkerer Austausch mit der Designpraxis (zur Bündelung von Kräften. Es muss klar sein, dass man womöglich zwar ohneeinander könnte, gemeinsam aber eine Gesamtposition stärken kann. Sowohl im akademischen, als auch im Unternehmensbezogenen Kontext, oder aber in Bezug auf die gesellschaftliche Wahrnehmung und Anerkennung).
Gleiches/Ähnliches kann für die Vernetzung nach außen gelten (etwa mit verwandten Disziplinen, anderen Wissenschafstbereichen, Förderinstitutionen, Kulturministerien).
DW muss also fortwährend, dabei aber bitte auch strategisch gezielt, die Werbetrommel rühren und Stakeholder vom Mehrwert und seiner Daseinsberechtigung von DW zu überzeugen. Hierbei schadet sicher nicht ein
. Selbstbewusstes Auftreten:
Klar, streckenweise ist noch ungewiss, wohin die Reise geht. Was DW sein kann und soll, wird auch innerhalb der Community noch ausgehandelt. Mit externen Disziplinen, oder gar Geldgebern, wird dies noch deutlich zäher. Langer Atem, Geduld und vielleicht auch Dreistigkeit sind gefragt. Hierzu kann es nicht schaden, DW als selbsterfüllende Prophezeiung zu verstehen: Wir sind DW! Wir machen DW! Also gibt es DW!
Auf jeden fall müssen wir unsere
. Anliegen formulieren:
Z.B. Forderungen an Kulturministerien...
. ...
. ...
Da unsere Diskussion offiziell in 11 Minuten beendet sein wird, höre ich mal auf. ...
Ohne die noch zu durchlaufende Entwicklung der Designwissenschaft vorher sagen zu können, glaube ich, dass die Bezeichnung Designwissenschaft eine Klammerfunktion hat. Das halte ich jedoch für unproblematisch, weil sie der Denkarbeit und den Auseinandersetzungen den erforderlichen Rahmen und den nötigen Freiraum sichtbar macht. Ein ähnlicher Fall ist die Kulturwissenschaft, worin parallele oder sich widerstrebende Schulen nebeneinander existieren. Dort entstehen förderungsfähige interdisziplinäre Forschungsprojekte und Wetteifern um bessere Modelle, die zur Profilschärfung aller Beteiligten beitragen. Vielleicht sollen wir uns nicht zu sehr um das Werden einer Designwissenschaft kümmern, sondern mehr - wie von einigen bereits mehrmals angeregt - um die Inhalte und Fragen darin. Für mich persönlich konnte ich aus der heutigen Diskussion folgende drei Erkenntnisse gewinnen/bestätigen:
1. Es ist wichtig, die Dinge zu Ende zu denken. Selbst dann gibt es immer noch weiterführende Perspektiven. Das ist vielleicht der Reiz der Denkarbeit.
2. Es braucht Gelassenheit und Zeit. Vielleicht suchen wir in 17 Jahren noch immer nach Anerkennung von Designwissenschaft. Aber ich habe den Eindrruck, dass die kritische Masse stetig am Waschen ist.
3. Es kann nicht einfach genug sein. Diesen Satz aus der Designpraxis könnte auch für designwissenschaftliche Erkenntnisse von großer Bedeutung sein, wenn sie im Reigen anderer Wissenschaften gehört, verstanden und angenommen werden sollen.
Was vielleicht hilft ist zu schauen, wie in anderen Wissenschaften Designwissenschaft konzeptionell gefasst und entwickelt wird, auch in Relation zu eben diesen etablierten Wissenschaften. Innovation entsteht ja selten von innen, meist an den Rändern. Danke für die vielen Anregungen.
Liebe Mitglieder DGTF
Obwohl auf Englisch geschrieben, biete ich Ihnen einen Abschnitt eines Artikels, der bei Design Studies eingereicht wurde aber noch überprüft wird vom Herausgeber, wo es handelt sich um die Suche nach einer einheitlichen Definition von Designwissenschaft. Ich entschuldige mich dass ich nicht mehr an der Diskussion teilnehmen konnte
2.0 Designwissenschaft = Design Science or Discipline?
The notion of a legitimate academic design discipline has occupied the attention of design scholars for perhaps two decades, and the most robust proposals have come from scholars with experience in the area of industrial design and architecture (e.g. Archer 1979; Cross 2001). In Germany, design as an academic discipline with ‘scientific’ pretensions – Designwissenschaft – is a subject of much debate in German speaking countries (see Schneider Ed. 2005). Many of the most recent arguments about the nature of Designwissenschaft, albeit useful, have emanated from the applied university and art school sector (see Brandes, Erlhoff & Schemman 2007; Jonas & Romero-Tejedor Eds. 2010; Mareis 2011). Such positions stress the rhetorical and discursive meanings of the term. According to Romero-Tejedor and Jonas (2010) design as a discipline (Designwissenschaft), is a term that remains ill-defined in Germany, but is the super-ordinate term to design research and theory, and describes the activities and outcomes of knowledge production in design. In fact, Designwissenschaft is more widely employed than most designers believe to describe alternatives to behavioural and other approaches to product and technology design in human context, e.g. gaming design (Eddiger 2008). Thus one finds Designwissenschaft (used alongside Konstruktionswissenschaft), in engineering design, referring to the engineering problem solving process (see Eekels 2000). Bichler (2006) also reviews the relevance of designerly compared to the dominant behavioural science approaches to research in information systems. The author describes design ‘science’ (Designwissenschaft) as a goal and problem oriented process with determinate research processes. Herman & Moeller (2006) observe that although design is directly dependent and immersed in practice and business contexts, definitions of designwissenschaft to date have not taken this into consideration, and keep ‘economic’ questions off the table (p.217).
Higher education institutions increasingly refer to Designwissenschaft as the broad field which doctoral programs in design address. Such definitions, together with the topics doctoral students undertake, reveal a range of interpretations. Three examples illustrate this: at Folkwang University of the Arts (http://www.folkwang-uni.de/home/wissenschaft/promotion/designwissenschaf...), the definition and doctoral topics show a concern with historical and culture related analyses of design. At HfG Offenbach (http://www.hfg-offenbach.de/promovieren), meanwhile, the new doctoral program focuses on product semantics and interaction as a key contribution to defining the new field. At HbK Brauchschweig (http://www.hbk-bs.de/studiengaenge/industrial-design/lehr-und-fachgebiet...), in comparison, the keywords associated with Designwissenschaft are the design process as form realization (entwerfen). Given this variation in focus and the above mentioned concerns, following Cross (2001), we believe a better translation for Designwissenschaft is design discipline and the one we employ here. In our view, the exclusion of architecture, engineering design and other design-oriented fields, the university sector and a lack of empirical data or analysis weakens the validity of current claims about design as discipline in Germany, something this study aimed to address.
Mein facit
Honestly, I had never thought about how to establish Designwissenschaft before. So today’s discussion was the first time that I have engaged in this question directly. I am therefore very thankful for all your thoughts and ideas. It was very interesting to think together.
It seems to me that perhaps we all know what we need: we need time, financial support, recognition, collaboration with other disciplines, top down and grass root efforts, communication among all DW and design organization nationally and internationally, lobbying, visoneries etc, etc. What we could gain more, however, are some concrete strategies and action plans. And for these two things, I find myself reaching the bottom of my depth and not getting much. Our discussion theme is as much an organizational, political and economical question as a wissenschaftlich one.
Anyway, I think our discussion makes a contribution, however small. I will discuss with the members of Grundlage der DW how we might take the issue forward.
Thank you very very much for taking the time to participate. Special thanks to Leif and June for their moderation. See you.
noch ein paar Worte
Wir sind natürlich noch nicht durch mit dem Thema, aber um weiter voran zu kommen, halte ich folgendes für sinnvoll:
Oft und viel kommunizieren
Je öfter solche Themen im Dialog bearbeitet werden, desto mehr werden sich die Konturen der Designwissenschaft und ihrer Fragen, Ziele und Ideale zeigen. Teilnehmer müssen immer wieder aktiviert werden. Diese Diskussion war ja eigentlich offen für jeden, aber wir hatten leider nur ein paar eher stille Zaungäste.
Vereinsgrenzen überwinden
Es gibt eine Reihe relevanter Vereinigungen, die für Designwissenschaften in Frage kommen. Zwischen ihnen sollte ebenso ein Dialog statt finden, wie von außerhalb. Entscheidend ist der Wille, etwas zustande zu bringen, von dem jedem klar sein muss, dass sicher noch nichtmal 50% eigene Vorstellungen realisiert werden. Das muss man aushalten können.
Ressourcen heben
Neben den vielen bekannten Einrichtungen lohnt es sich möglicherweise, eine initiative Recherche innerhalb der Hochschulen zu betreiben, wer noch als aktiver Mitstreiter zu gewinnen wäre. Beispielsweise sind in NRW die Design-HS/FHn personell oft sehr generös ausgestattet, in Mannheim und Berlin gibt es einige Institute für Designfächer, in Wien eine Einrichtung für Designgeschichte und überall entstehen mehr oder weniger unentdeckt recht gute Bücher, die auf Forschungsarbeit beruhen. Hat man eine - mit Sabines Worten - Bestandsaufnahme gemacht, kann man diese auch produktiv nutzen.
Ausdauernd hart arbeiten
Das klingt jetzt natürlich sehr unattraktiv, aber einen bequemen schnellen Weg zu einem größeren Ziel gibt es nicht. Wenn es darum geht, Anerkennung durch andere Institutionen der Wirtschaft, Politik und Forschung zu erwerben, die sich vielleicht auch in Fördermitteln äußert, ist es von Vorteil auf tiefe, lange und vor allem bedeutsame Spuren verweisen können, die man hinterlassen hat.
Wie ein Designer denken
Warum fällt es uns eigentlich so schwer, die von uns allen studierten designerischen Vorgehensweisen auf die Errichtung einer Designwissenschaft zu übertragen? Einen erwünschten (vorläufigen) Endzustand zu formulieren planerisch zu entwickeln und zu erreichen ist doch hier auch nicht schwerer. Vielleicht ist die Institutionalisierung der Designwissenschaften "nur" ein Designproblem.
Teuflisch fragen, oder noch teuflischer
Zu manchen Resultaten gelangt man schneller oder sogar nur kontrovers. Auch das muss man dauerhaft aushalten können.
=======================
Jedenfalls, ich möchte mich bei allen Teilnehmern für den anregenden Tag und auch die Beiträge im Vorfeld bedanken. Bis demnächst.
Wie Rosan beschrieben hat,
Wie Rosan beschrieben hat, wissen wir, was wir brauchen, um Designwissenschaft zu fördern. Das bleibt aber (auch wenn wir Zeit, finanzielle Unterstützung, Kommunikation, Vernetzung mit anderen Disziplinen haben etc.) immer noch sehr abstrakt.
Um es konkreter zu machen, könnte der erste Schritt darin bestehen, eine Bestandsaufnahme zu machen. Das halte ich für sinnvoll und hilfreich, um den derzeitigen Standpunkt der Designwissenschaft festzustellen. Von dort aus können wir gemeinsam nach weiteren Entwicklungspotenzialen Ausschau halten, unsere Kräfte sinnvoll bündeln und gemeinsame Zielvorstellungen formulieren. Das halte ich für einen gangbaren Weg.
Darüber hinaus müssen wir weiterhin von innen heraus arbeiten und forschen und mit vorbildlichen wissenschaftlich geführten und konkreten Projekten an die Öffentlichkeit treten.
Dank an die Moderatoren Leif, June und Rosan
Es war ein interessanter Tag und die Zeit ist verflogen…
Schluss
Mein Fazit ist ganz ähnlich. Nicht sehr konkret, zugegeben:
Mehr Mühe geben und von den Großen lernen. Mehr und früher Forschung an den Hochschulen unterrichten. Mehr lesen und besser schreiben. Die Punkte, die unklar sind, irgendwann erklären können. Die richtigen Fragen stellen. Sich eher zu viele als zu wenige Gedanken machen. Andere überzeugen, dass man ganz dringend gebraucht wird.
So in etwa!
Gruß, Katharina.
Wie schaffen wir also
Wie schaffen wir also Designwissenschaft?
Nun habe ich freilich noch nie eine Wissenschaft aus dem Boden gestampft und salonfähig gemacht. Und wenn ich an die triste Leere in den Blumenkübeln auf meinen Balkon denke, scheint es um meinen grünen Daumen auch nicht so gut bestellt, weshalb ich mich mit der (dennoch liebenswerten) Gras-Metapher besser zurückhalte.
Vielmehr möchte ich zunächst skizzenhaft Aspekte für die Formulierung von kurz-, mittel- und langfristigen Zielen sammeln, und dazu anregen, die heutige Diskussion lediglich als kleine Etappe zu verstehen.
Folgende Aufzählung erhebt somit keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder gar Richtigkeit, ist bewusst nicht ausformuliert, freut sich über Erweiterung und spätere Konkretisierung, etwa anhand von Etappenzielen.
Schaffen wir Designforschung durch:
. Ziel formulieren:
Was soll aus Designwissenschaft werden? Wann soll dies passieren? Wie wollen wir das erreichen? (Etwas zurückhaltend erstmal nur als Fragezeichen. Besser wäre freilich: "In xx Jahren soll DW in Deutschland...!" etc.)
. Vernetzung ausbauen (nach innen und nach außen):
Die Designwissenschafts und -forschungsgemeinde ist bei uns bereits recht gut vernetzt. Zumindest wurden und werden anhand einiger Plattformen und Institutionen wichtige infrastrukturelle Voraussetzungen, nicht zuletzt für ein gemeinsames strategische Vorgehen geschaffen. Nachteil: Die DWler bleiben eher unter sich, klagen über Zustände, ohne wirklich voranzukommen. Was wir brauchen ist ein stärkerer Austausch mit der Designpraxis (zur Bündelung von Kräften. Es muss klar sein, dass man womöglich zwar ohneeinander könnte, gemeinsam aber eine Gesamtposition stärken kann. Sowohl im akademischen, als auch im Unternehmensbezogenen Kontext, oder aber in Bezug auf die gesellschaftliche Wahrnehmung und Anerkennung).
Gleiches/Ähnliches kann für die Vernetzung nach außen gelten (etwa mit verwandten Disziplinen, anderen Wissenschafstbereichen, Förderinstitutionen, Kulturministerien).
DW muss also fortwährend, dabei aber bitte auch strategisch gezielt, die Werbetrommel rühren und Stakeholder vom Mehrwert und seiner Daseinsberechtigung von DW zu überzeugen. Hierbei schadet sicher nicht ein
. Selbstbewusstes Auftreten:
Klar, streckenweise ist noch ungewiss, wohin die Reise geht. Was DW sein kann und soll, wird auch innerhalb der Community noch ausgehandelt. Mit externen Disziplinen, oder gar Geldgebern, wird dies noch deutlich zäher. Langer Atem, Geduld und vielleicht auch Dreistigkeit sind gefragt. Hierzu kann es nicht schaden, DW als selbsterfüllende Prophezeiung zu verstehen: Wir sind DW! Wir machen DW! Also gibt es DW!
Auf jeden fall müssen wir unsere
. Anliegen formulieren:
Z.B. Forderungen an Kulturministerien...
. ...
. ...
Da unsere Diskussion offiziell in 11 Minuten beendet sein wird, höre ich mal auf. ...
Ich freu mich auf das was kommt!
Danke an alle Beteiligten.
Hat Spass gemacht :)
Schlusskommentar
Ohne die noch zu durchlaufende Entwicklung der Designwissenschaft vorher sagen zu können, glaube ich, dass die Bezeichnung Designwissenschaft eine Klammerfunktion hat. Das halte ich jedoch für unproblematisch, weil sie der Denkarbeit und den Auseinandersetzungen den erforderlichen Rahmen und den nötigen Freiraum sichtbar macht. Ein ähnlicher Fall ist die Kulturwissenschaft, worin parallele oder sich widerstrebende Schulen nebeneinander existieren. Dort entstehen förderungsfähige interdisziplinäre Forschungsprojekte und Wetteifern um bessere Modelle, die zur Profilschärfung aller Beteiligten beitragen. Vielleicht sollen wir uns nicht zu sehr um das Werden einer Designwissenschaft kümmern, sondern mehr - wie von einigen bereits mehrmals angeregt - um die Inhalte und Fragen darin. Für mich persönlich konnte ich aus der heutigen Diskussion folgende drei Erkenntnisse gewinnen/bestätigen:
1. Es ist wichtig, die Dinge zu Ende zu denken. Selbst dann gibt es immer noch weiterführende Perspektiven. Das ist vielleicht der Reiz der Denkarbeit.
2. Es braucht Gelassenheit und Zeit. Vielleicht suchen wir in 17 Jahren noch immer nach Anerkennung von Designwissenschaft. Aber ich habe den Eindrruck, dass die kritische Masse stetig am Waschen ist.
3. Es kann nicht einfach genug sein. Diesen Satz aus der Designpraxis könnte auch für designwissenschaftliche Erkenntnisse von großer Bedeutung sein, wenn sie im Reigen anderer Wissenschaften gehört, verstanden und angenommen werden sollen.
Dank an alle, es war sehr anregend!
Innovation aus den Rändern
Was vielleicht hilft ist zu schauen, wie in anderen Wissenschaften Designwissenschaft konzeptionell gefasst und entwickelt wird, auch in Relation zu eben diesen etablierten Wissenschaften. Innovation entsteht ja selten von innen, meist an den Rändern. Danke für die vielen Anregungen.
Abschgnitt von Design Studies Artikel
Liebe Mitglieder DGTF
Obwohl auf Englisch geschrieben, biete ich Ihnen einen Abschnitt eines Artikels, der bei Design Studies eingereicht wurde aber noch überprüft wird vom Herausgeber, wo es handelt sich um die Suche nach einer einheitlichen Definition von Designwissenschaft. Ich entschuldige mich dass ich nicht mehr an der Diskussion teilnehmen konnte
2.0 Designwissenschaft = Design Science or Discipline?
The notion of a legitimate academic design discipline has occupied the attention of design scholars for perhaps two decades, and the most robust proposals have come from scholars with experience in the area of industrial design and architecture (e.g. Archer 1979; Cross 2001). In Germany, design as an academic discipline with ‘scientific’ pretensions – Designwissenschaft – is a subject of much debate in German speaking countries (see Schneider Ed. 2005). Many of the most recent arguments about the nature of Designwissenschaft, albeit useful, have emanated from the applied university and art school sector (see Brandes, Erlhoff & Schemman 2007; Jonas & Romero-Tejedor Eds. 2010; Mareis 2011). Such positions stress the rhetorical and discursive meanings of the term. According to Romero-Tejedor and Jonas (2010) design as a discipline (Designwissenschaft), is a term that remains ill-defined in Germany, but is the super-ordinate term to design research and theory, and describes the activities and outcomes of knowledge production in design. In fact, Designwissenschaft is more widely employed than most designers believe to describe alternatives to behavioural and other approaches to product and technology design in human context, e.g. gaming design (Eddiger 2008). Thus one finds Designwissenschaft (used alongside Konstruktionswissenschaft), in engineering design, referring to the engineering problem solving process (see Eekels 2000). Bichler (2006) also reviews the relevance of designerly compared to the dominant behavioural science approaches to research in information systems. The author describes design ‘science’ (Designwissenschaft) as a goal and problem oriented process with determinate research processes. Herman & Moeller (2006) observe that although design is directly dependent and immersed in practice and business contexts, definitions of designwissenschaft to date have not taken this into consideration, and keep ‘economic’ questions off the table (p.217).
Higher education institutions increasingly refer to Designwissenschaft as the broad field which doctoral programs in design address. Such definitions, together with the topics doctoral students undertake, reveal a range of interpretations. Three examples illustrate this: at Folkwang University of the Arts (http://www.folkwang-uni.de/home/wissenschaft/promotion/designwissenschaf...), the definition and doctoral topics show a concern with historical and culture related analyses of design. At HfG Offenbach (http://www.hfg-offenbach.de/promovieren), meanwhile, the new doctoral program focuses on product semantics and interaction as a key contribution to defining the new field. At HbK Brauchschweig (http://www.hbk-bs.de/studiengaenge/industrial-design/lehr-und-fachgebiet...), in comparison, the keywords associated with Designwissenschaft are the design process as form realization (entwerfen). Given this variation in focus and the above mentioned concerns, following Cross (2001), we believe a better translation for Designwissenschaft is design discipline and the one we employ here. In our view, the exclusion of architecture, engineering design and other design-oriented fields, the university sector and a lack of empirical data or analysis weakens the validity of current claims about design as discipline in Germany, something this study aimed to address.