:: User Experience - Eine wertvolle Antwort auf die Herausforderungen des Designs :: Syndicate content

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In ihrem Artikel „Web 2.0: Grenzen und Möglichkeiten“ (form 215/2007) haben Gesche Joost und Sandra Buchmüller beschrieben, wie der Gestaltende seine übergeordnete Position und Definitionsmacht verliert. Gleichzeitig haben sie festgestellt, dass seine Kompetenz und Profession zentraler denn je werden.

An dieser Stelle möchte ich einsetzten und den Begriff der User Experience ins Spiel bringen. Seine erstmalige Prägung erhielt der Begriff von Donald Norman, der seine berufliche Funktion bei Apple Computer, Inc. selbst als „User Experience Architect“ betitelte. Unter User Experience verstand er damals „die Gesamtwirkung aller bei der Benutzung verwendeten Gegenstände auf den Benutzer […] angefangen von der Produktverpackung über die Gestaltung der Interaktion bis zum Grafikdesign auf dem Bildschirm“.

Heute hat User Experience die Chance strategische Leitideen für kundenorientierte, innovative Lösungen zu entwickeln und in der Umsetzung zu begleiten. Grundlage hierfür sind im wesentlichen die intensive Auseinandersetzung mit Nutzerwahrnehmung und ein umfassendes Designverständnis, das die Disziplinen Produkt- und Kommunikationsdesign zusammenführt.

Doch wie kann User Experience als zentrale Kompetenz und Profession in der Entwicklung interaktiver Objekte wirken? Aus dem Selbstverständnis des Begriffes Design heraus ist es notwendig, diese Frage sowohl für die Ergebnis- als auch Prozessperspektive zu beantworten.

Im ersten Schritt ist es sinnvoll, das klassische Interfaceverständnis nach Bonsiepe zu erweitern.
(siehe Attachement: erweitertes_interfacemodel (Small).png)

Zum einen ist hier die Erweiterung um die Dimension der Organisation, d.h. Auftraggebers. Zum anderen die Erweiterung und explizite Benennung der kommunikativen Funktion. Beide Erweiterungen eröffnen den Rahmen, der durch den Begriff User Experience umfasst werden kann.

::Ergebnisperspektive::

User Experience aus Ergebnisperspektive muss die Frage beantworten, welche qualitativen Faktoren aus Nutzer- und Organisationssicht geboten werden. Durch die Bestimmung qualitativer Faktoren wird eine Möglichkeit der Bewertbarkeit geschaffen, die im wahren Sinne des Wortes wertvoll ist.

Unter der Annahme, dass eine Organisation bzw. ein Auftraggeber wirtschaftlichen Zielen unterliegen und dem Selbstverständnis als Marke nicht entgegenstehen, gelten auf Basis des aktuellen Marktingdiskurses folgende Faktoren:
. Customer Value (vom Kunden wahrgenommene Diskrepanz zwischen dem wahrgenommenen Nutzen und den wahrgenommenen Kosten im Vergleich zur Konkurrenz)
. Markenwert (monetärer Wertes der Marke oder des Markenportfolios)
(siehe Attachement: wertdim_wirtsch (Small).png)

Diese stehen dabei jeweils in Bezug zu konkreten Zielen, die auf diese beiden Faktoren wirken.

Für den Nutzer können aus dem aktuellen Diskurs der Human-Computer Interaction folgende drei Faktoren benannt werden:
. Functionality
. Usability
. Experience
(siehe Attachement: wertdim_nutzer (Small).png)

Als konkrete Ziele, die hierzu in Bezug stehen werden die Produktfunktionen vorgeschlagen, die unter dem Begriff der „Offenbacher Dreifaltigkeit“ von Jochen Gros definiert wurden. Bei der Betrachtung von Interface als Kommunikationsmedium gilt es, ökonomisch formuliert dieses für den Nutzer so zu gestalten, dass der Grenznutzen pro Zeiteinheit größer ist als der Grenznutzen der Restzeit. Hier lassen sich die drei grundlegenden Kommunikationsprobleme nach dem Kommunikationsmodell von Shannon / Weaver einordnen.

::Prozessperspektive::

Die Prozessperspektive von User Experience muss die Anforderung erfüllen, Entwurfsprozesse methodisch zu arrangieren. Für den Planungsprozess zur Entwicklung von Entwurfslösungen muss alltäglich einsetzbares Handwerkszeug „zu-handen“ sein. Aktuelle Design-Philosophien, die hier passendes Handwerkszeug bereitstellen sind besonders: User-Centered Design, Activity-Centered Design und System Design. Ein Vorschlag für einen Werkzeugkasten:
(siehe Attachement: methodenübersicht (Small).png)

Neben dem Planungsprozess zur Entwicklung von Entwurfslösungen stellt der Pattern-Gedanke im Sinne von Christopher Alexander eine weitere Methode dar, um Entwurfslösungen zu entwickeln. Dieser wies darauf hin, dass der Kontext die Anforderungen an die zu findende Form enthält und komplexe Designprobleme im Sinne von Dekomposition und Komposition in ihre Bestandteile zu zerlegen seien. Für den Bereich des Webdesigns kann hier auf verschiedene online verfügbare Pattern Sammlungen verwiesen werden.

Auf Grundlage der durchgeführten ergebnis- und prozessorientierten Betrachtung von User Experience würde ich User Experience als strategisches Design bezeichnen. Ich freue mich auf weitere Diskussionen innerhalb des Themengebietes User Experience und Design.

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Dieser Artikel basiert auf meiner Diplomarbeit. Sie ist als Buch unter dem Titel „Strategisches User Experience Design“ im VDM Verlag erschienen ist. (ISBN 978-3836449656)

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User Experience Design today

Gesche's picture
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Yes, I agree that User Experience Design is a hot research topic today and it has to place itself in the core competence field of design activities. We can observce that other disciplines like psychology, software programming or media informatics want to take over this core field of design - therefore, we have to promote our competences in this inmportant field in an appropriate way. It is interesting that the term "User Experience" came up after we where talking for a long time about "interface design" and later "interaction design". I understand Bonsiepe`s definition of interface design applicable to user experience design - I think it is just a change in terminology. When Bonsiepe mentions the role of the interface as a dimension between user, taks and tool, he already touches the core dimension of user experience. One important shift, of course, was to include the emotional dimensions more in more into the research and design activity.

Erleben

christian_woelfel's picture
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Hallo,

ist es nicht so, dass das, was wir im Deutschen unter Design in Abgrenzung zu anderen Entwurfsdisziplinen verstehen, sich letztlich schon immer mit dem Erleben des Entworfenen durch den Nutzer beschäftigt? Wir bewegen uns an der TU Dresden im Grenzbereich zwischen Industriedesign und Ingenieurwissenschaften in der Produktentwicklung, und dort spielt das Erleben eine ganz entscheidende Rolle zur Beschreibung von Unterschieden in der Problem- und Zieldefinition. Deshalb haben wir ein großes (theoretisches und praktisches) Interesse Methoden und Werkzeugen, das Erleben des Entwurfes durch den Nutzer positiv zu beeinflussen. Unser Schwerpunkt wäre da also die Prozessperspektive.

In diesem Zusammenhang bin ich sehr an einer Diskussion interessiert. Konkret würde mich aus aktuellem Anlass der Umgang mit Szenarios interessieren, eine Angabe der Quellen in der Methodenübersicht, so dass man sie leicht finden, wäre auch hilfreich.

Viele Grüße
Christian Wölfel

The experiental factor

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I also see the most interesting point of "user experience" in the consideration of "experience" as a focus topic. And it was definitly one of my outcomes to recognize an existing theoretical tradition of design, which should be related to the subject of user experience. Specially the works of Gui Bonsiepe and Bernhard E. Bürdek had a big impact on my thesis.

experience and the product service system

ovaltine's picture
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the concept of user experience as i can read in the previous thoughts is certainly an interesting and important concept. however, it is still a very narrow concept in tems of scope. especially from a broad design perspective i would rather see the concept stretched towards the concept of customer experience (management). this is much broader in scope and would not limit designers to the artifact-user relation. it would include much more dimensions, the most important one being the definition of the WHAT and the WHY, with WHAT being the offering itself (i am thinking especially of services and associated products that mediate between the customer and the organization) and with WHY the argument about why a specific offering is important or valuable in order to lead to specific experiences of people. behind this i see the possibility for at least some designers to move into e.g. product management and product planning or even strategic, managerial and entrepreneurial roles.

The management/business perspective

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Thanks for for accentuation on the management perspective of user experience. In my theoretical foundation of the term "user experience" I have taken up the business perspective, refering to the user experience model of Jetter/Gerken. A good paper can be found here:
http://www.ub.uni-konstanz.de/kops/volltexte/2007/3151/

For the management perspective I can prefer the works of Bernd H. Schmitt.